Neue Gefahr in der Ägäis
Zwischen Griechenland und der Türkei verschärft sich der Streit in der Ägäis. Beide Seiten werfen sich Provokationen vor, während Athen mit einem milliardenschweren Rüstungsdeal auf Abschreckung setzt.
Foto: George E. Koronaios / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Lage zwischen Griechenland und der Türkei wird wieder spürbar rauer. Nach einer Phase vergleichsweise ruhiger Beziehungen überziehen sich beide Nachbarn erneut mit Vorwürfen. Athen kritisiert unter anderem Verletzungen des Luftraums, aus griechischer Sicht unzulässige türkische Meeresnationalparks und Truppenbewegungen an der Küste. Aus Ankara kommt im Gegenzug der Vorwurf, Griechenland treibe die Militarisierung seiner Inseln voran.
Athen setzt auf Abschreckung
In Griechenland wächst damit die Sorge, dass der Streit um Hoheitsgewässer, Besitzansprüche und Einfluss im Mittelmeer weiter eskalieren könnte. Die emeritierte Sicherheitsprofessorin Meri Bossi warnt laut Tagesschau vor einer neuen Phase zunehmender Zuspitzung. Die aggressive Wortwahl auf beiden Seiten und das unsichere internationale Umfeld könnten die Spannungen auf einen noch gefährlicheren Stand treiben.
Die griechische Regierung reagiert darauf mit Aufrüstung. Ende August schloss Athen mit Israel einen milliardenschweren Rüstungsvertrag ab. Das Projekt trägt den Namen „Schild des Achilles“ und soll ein umfassendes Luftverteidigungssystem liefern. Parallel will Griechenland auch die eigene Rüstungsindustrie stärken.
Regionale Krisen verschärfen den Ton
Aus griechischer Sicht ist der Konflikt nicht losgelöst von der Weltlage zu betrachten. Der Analyst und Journalist John Psaropoulos verweist auf die Kriege und Krisen rund um die Ukraine, den Golf und das Rote Meer. Sie hätten ein Umfeld geschaffen, in dem militärische Gewalt stärker normalisiert werde. In Griechenland werde die Türkei deshalb zunehmend als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen.
- Streitpunkte sind vor allem Hoheitsgewässer und Einflusszonen
- Griechenland wirft der Türkei Provokationen in Luft und auf See vor
- Die Türkei kritisiert die Bewaffnung griechischer Inseln
Neu ist der Konflikt nicht: Seit Jahrzehnten geraten beide Staaten in der Ägäis aneinander, besonders seit der türkischen Invasion auf Zypern im Jahr 1974. Klar ist aber: Die Zeit der „ruhigen Gewässer“ scheint vorerst vorbei zu sein.
Quelle: Tagesschau






