Politik

Eklat bei Netanjahus UN-Rede

25. September 2026
Eklat bei Netanjahus UN-Rede

Bei der UN-Generaldebatte in New York haben Dutzende Diplomaten kurz vor der Rede von Israels Premier Benjamin Netanjahu den Saal verlassen. Der Regierungschef reagierte scharf, verteidigte den Iran-Angriff und den Krieg in Gaza.

Foto: Wikimedia Commons / Αντώνης Σαμαράς Πρωθυπουργός της Ελλάδας, CC BY-SA 2.0

Deutlicher Protest bei den Vereinten Nationen: Dutzende Diplomaten haben bei der UN-Generaldebatte in New York den Saal verlassen, noch bevor Israels Premier Benjamin Netanjahu seine Rede beginnen konnte. Als er ans Rednerpult trat, waren im Saal sowohl Buhrufe als auch Applaus zu hören.

Netanjahu reagierte sofort und griff die ausziehenden Delegierten verbal an. Er bezeichnete sie als „moralische Feiglinge“ und forderte Vertreter mit ähnlicher Haltung sogar auf, ebenfalls zu gehen. Zugleich behauptete er, Israel verteidige viele jener Staaten, deren Diplomaten den Raum verlassen hätten.

Harte Töne zu Iran und Gaza

In seiner Rede stellte der israelische Regierungschef die militärischen Einsätze seines Landes als notwendig dar. Den Angriff auf den Iran nannte er eine seiner leichtesten Entscheidungen. Nach seiner Darstellung habe Israel damit eine existenzielle Bedrohung abgewehrt. Außerdem äußerte Netanjahu die Erwartung, dass die Führung in Teheran eines Tages stürzen werde und das iranische Volk frei sein könne.

Beim iranischen Atomprogramm verwies Netanjahu darauf, er habe geschworen, Iran am Bau von Atombomben zu hindern. Wie stark das Programm tatsächlich geschwächt ist, bleibt allerdings umstritten. Laut Quelle bewerten die Internationale Atomenergie-Behörde, Geheimdienste und Fachleute die Lage unterschiedlich. In einem nicht klassifizierten Jahresbericht der US-Geheimdienste hieß es zudem, es gebe keinen Hinweis auf eine politische Entscheidung in Iran zum Bau einer Atombombe.

Streit auch um Gaza und New Yorks Bürgermeister

Auch den Krieg in Gaza verteidigte Netanjahu erneut und wies Genozid-Vorwürfe entschieden zurück. Gleichzeitig attackierte er den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani scharf und bezeichnete ihn als antisemitisch. Er warf ihm zudem vor, seinen Besuch in New York behindern und ihn mundtot machen zu wollen.

Fast zeitgleich meldete sich Mamdani auf X zu Wort. Er teilte mit, in der Nacht zuvor mit einer palästinensischen Familie aus Gaza einen Olivenbaum an seinem Amtssitz gepflanzt zu haben. Später ließ er erklären, Netanjahu habe seine UN-Rede genutzt, um aus seiner Sicht unbegründete Lügen zu wiederholen und den Vorwurf des Völkermords an den Palästinensern zurückzuweisen. Zudem verwies er darauf, dass gegen Netanjahu ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen vorliege.

Quelle: Tagesschau

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