Politik

Maos Schatten über China

13. September 2026
Maos Schatten über China

50 Jahre nach dem Tod von Mao Zedong ist China wirtschaftlich modern, politisch aber weiter fest in der Hand der Kommunistischen Partei. In Shanghai zeigt sich der Kontrast besonders deutlich.

Foto: Guangywatchwii / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

50 Jahre nach dem Tod von Mao Zedong wirkt China auf den ersten Blick wie eine hochmoderne Wirtschaftsmacht: gläserne Türme, große Einkaufszentren und Metropolen voller Kapital. Doch hinter dem Bild der boomenden Großstädte bleibt eines unverändert: In der Volksrepublik steht weiterhin alles unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei Chinas.

Wie stark Vergangenheit und Gegenwart in China aufeinandertreffen, zeigt ein Ort mitten in Shanghai. Im Jing'an-Viertel steht noch das frühere Wohnhaus Maos aus dem Jahr 1920. Über eine schmale Holztreppe geht es in ein kleines Schlafzimmer mit dunklem Holzbett, Kommoden und Schreibtisch. Heute liegt diese historische Residenz zwischen dichtem Verkehr, Hochhäusern und einem Einkaufszentrum mit internationalen Designermarken.

Zwischen Mao-Erbe und Konsumwelt

Genau in diesem Kontrast wird sichtbar, wie weit sich das Land seit Maos Zeiten verändert hat. Wo einst von Planwirtschaft und klassenloser Gesellschaft geträumt wurde, dominiert heute wirtschaftliche Dynamik. Zugleich sehen manche Chinesen darin keinen Widerspruch: Der Shanghaier Tao Weiwei sagt, das heutige China entspreche zwar kaum Maos ursprünglicher Utopie, viele seiner Ideen und vor allem das politische System hätten aber weiter Bestand.

Der Gründer bleibt allgegenwärtig

Auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod ist Mao im Alltag und im Staatsbild präsent. Sein Leichnam liegt öffentlich in einem Mausoleum im Zentrum Pekings. Der russische Historiker und Mao-Biograf Alexander Pantsov sieht die heutige Führung um Xi Jinping klar in seiner Tradition: Die Spitze des Landes halte weiter an den Grundprinzipien einer kommunistischen Diktatur fest.

Dabei bleibt Maos Erbe zutiefst widersprüchlich. Einerseits gilt er als Staatsgründer, andererseits starben unter seiner Herrschaft Millionen Menschen. Die Reportage macht deutlich: China hat sich wirtschaftlich radikal verändert, politisch aber nicht von seinem Ursprung gelöst. Zwischen Luxusboulevards und historischen Erinnerungsorten ist Mao deshalb auch 50 Jahre nach seinem Tod noch immer Teil der Gegenwart.

Quelle: Tagesschau

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