Musik & Film

Macron macht Kino zur Chefsache

09. September 2026
Macron macht Kino zur Chefsache

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Frankreich den ersten Lumière-Gipfel zur Zukunft des Kinos eröffnet. Rund 200 Entscheider aus 65 Ländern berieten über Streaming, KI und neue Milliarden-Investitionen.

Emmanuel Macron hat das Kino zur politischen Angelegenheit gemacht: In Frankreich leitete der Präsident den ersten internationalen Lumière-Gipfel zur Zukunft des Films. Hintergrund ist die angespannte Lage der Branche. Streamingdienste, Social Media und die schnelle Entwicklung von künstlicher Intelligenz setzen klassische Kinos und Filmproduktionen unter Druck. Dazu kommt die Sorge, dass ein möglicher Zusammenschluss von Paramount und Warner Brothers die Macht im Film- und Seriengeschäft noch stärker bündeln könnte.

Der Gipfel war hochkarätig besetzt. Nach Angaben aus dem Umfeld des Treffens kamen etwa 200 Entscheidungsträger aus 65 Ländern zusammen. Vertreten waren Politik, Film, Medien und Kinobranche – darunter auch Führungskräfte von Netflix, Disney, Google, HBO und Sony Pictures. Aus Europa reisten unter anderem Thierry Frémaux vom Festival in Cannes und Berlinale-Chefin Tricia Tuttle an. Für den Glamour-Faktor sorgte zudem ein Auftritt von George Clooney.

Mehr Schutz für lokales Kino

Im Zentrum stand die Frage, wie das Kinoerlebnis und das nationale Filmschaffen gestärkt werden können. Macron hatte im Vorfeld dafür geworben, die Zukunft des Kinos nicht allein internationalen Konzernen und dem Markt zu überlassen. Stattdessen soll die Zusammenarbeit zwischen Staaten ausgebaut werden, um Finanzierung und Förderung lokaler Produktionen zu sichern. Ziel ist mehr Vielfalt – und ein Gegengewicht zur Dominanz Hollywoods. Wie stark diese ist, zeigt auch ein Blick in die Schweiz: US-Filme kamen 2025 auf einen Marktanteil von 56 Prozent.

Milliardenplan mit Südkorea

Das greifbarste Resultat des Gipfels ist eine neue Partnerschaft zwischen Frankreich und Südkorea. Beide Länder wollen in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde US-Dollar in den Film- und audiovisuellen Sektor investieren. Macron rief weitere Staaten dazu auf, sich anzuschließen.

Im neuen Rat sitzen prominente Namen wie Juliette Binoche, Jane Campion, Sofia Coppola, Isabelle Huppert, Jim Jarmusch, Hirokazu Kore-eda und Nanni Moretti. Der Gipfel zeigt damit vor allem eins: Die Zukunft des Kinos soll nicht nur in Vorstandsetagen, sondern auch auf höchster politischer Ebene verhandelt werden.

Quelle: SRF

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