Große Ehre für Anja Silja
Bei der Verleihung des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises in der Wiener Votivkirche ist Sopranlegende Anja Silja für ihr Lebenswerk geehrt worden. Auch Asmik Grigorian, Michael Spyres und Markus Hinterhäuser wurden ausgezeichnet.
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Feierlicher Rahmen, große Namen und auch einige politische Spitzen: In der Wiener Votivkirche ist am Dienstagabend der 14. Österreichische Musiktheaterpreis vergeben worden. Zu den prominentesten Geehrten zählte die 86-jährige Anja Silja, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Neben ihr standen aktuelle Stars des Opernbetriebs und mehrere prägende Persönlichkeiten des Musiktheaters im Mittelpunkt.
Silja geehrt, Hinterhäuser mit klarer Ansage
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte auch Markus Hinterhäuser, der den Großen Preis der Jury erhielt. Der frühere Salzburger Festspielintendant, von dem sich die Festspiele im März nach langen Debatten um Führungsstil und Alleingänge getrennt hatten, nutzte den Abend für deutliche Worte Richtung Politik. Die Jury würdigte ihn für seinen Mut zum Ungewöhnlichen, seine programmatische Weitsicht und sein Gespür für außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten. Die Laudatio hielt Schriftsteller Christoph Ransmayr.
Kritische Töne kamen außerdem von Ulrich Lenz. Der Grazer Opernintendant, dessen Vertrag im Juli nicht verlängert worden war, beklagte in seiner Dankesrede kurzsichtige Einsparungen und mangelndes Interesse mancher Entscheidungsträger an künstlerischer Qualität.
Grigorian und Spyres holen Hauptpreise
In den Darsteller-Kategorien setzten sich bekannte Namen durch. Asmik Grigorian gewann die Auszeichnung für die weibliche Hauptrolle mit der Titelpartie in „Norma“ am MusikTheater an der Wien. Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Michael Spyres geehrt, und zwar für seine Rolle als Giovanni Pierluigi Palestrina in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper.
- Weibliche Nebenrolle: Patricia Nolz als Silla in „Palestrina“
- Männliche Nebenrolle: Jörg Schneider als Doktor in „Drei Schwestern“
- Beste Regie: Claus Guth für „Blaubart“ und „Die menschliche Stimme“ in Erl
- Bester Dirigent: Maxime Pascal für „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen
Auch in der Kategorie Gesamtproduktion Oper ging ein Preis nach Salzburg: Ausgezeichnet wurde die Oper „Zaide“. Damit setzte die Preisverleihung nicht nur Glanzpunkte für große Stimmen und Inszenierungen, sondern zeigte auch, wie eng im Musiktheater Kunst und kulturpolitische Debatten miteinander verknüpft bleiben.
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