Politik

Klingbeil drängt auf Kriegsende

30. August 2026
Klingbeil drängt auf Kriegsende

Finanzminister Lars Klingbeil reist zum G20-Treffen in Asheville in die USA. Dort fordert er ein Ende des Iran-Kriegs und warnt vor den weltweiten Folgen für Handel, Energiepreise und Staatsfinanzen.

Foto: Wikimedia Commons / Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Lars Klingbeil reist zum Treffen der G20-Finanzminister in die USA – und schon vor dem Start ist klar, welches Thema über allem schwebt: der Krieg der USA gegen Iran. Vor dem zweitägigen Treffen in Asheville im Bundesstaat North Carolina forderte der Bundesfinanzminister erneut ein Ende der Kämpfe. Aus Sicht des SPD-Politikers müssen die globalen Unsicherheiten sinken, außerdem pocht er auf freie Seewege durch die Straße von Hormus.

Krieg drückt auf Wirtschaft und Märkte

Eigentlich soll es bei dem Treffen vor allem um Wirtschaftswachstum, sichere Liefer- und Handelsketten sowie die hohe Verschuldung vieler Staaten gehen. Doch der Krieg gegen Iran belastet die Runde massiv. Die Folgen sind längst weltweit spürbar, etwa bei den Energiepreisen. Klingbeil hatte zuletzt auch die steigenden Zinsen für Staatsanleihen mit dem Konflikt in Verbindung gebracht. Das bedeutet: Für Staaten wie Deutschland wird es teurer, neue Schulden aufzunehmen.

Zusätzlich wächst der Druck aus Washington. Die US-Regierung hat im Vorfeld klargemacht, dass sie von den G20-Staaten erwartet, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran zu kappen. US-Finanzminister Scott Bessent will diesen Kurs bei dem Treffen weiter vorantreiben.

Auch Handelsstreit auf der Agenda

Klingbeil will in den USA aber nicht nur über den Krieg sprechen. Der Vizekanzler kündigte an, Deutschland stelle sich stärker als früher gegen Handelskonflikte und Wettbewerbsverzerrungen auf. Die Bundesregierung setze dabei auf Partner, die offenen und regelbasierten Handel unterstützen. Am Rande des Treffens sind dazu Gespräche mit Amtskollegen aus Indien, Großbritannien und Kanada geplant.

Für Diskussionen sorgen dürfte zudem erneut der Umgang der USA mit Südafrika. Obwohl das Land zur G20 gehört und im vergangenen Jahr den Vorsitz hatte, wird seine Regierung von der Trump-Administration nicht zu den Treffen eingeladen. Parallel bekräftigte Klingbeil außerdem seine Forderung nach einem Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Seine Botschaft vor der Reise ist damit klar: Weniger Krieg, mehr Verlässlichkeit – sonst leidet die Weltwirtschaft weiter.

Quelle: Tagesschau

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