Politik

Iran richtet mutmaßlichen Spion hin

19. September 2026
Iran richtet mutmaßlichen Spion hin

Im Iran ist ein Mann wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Laut Justiz soll er im Krieg 2025 Informationen über Raketenstellungen und Militärstandorte in Isfahan weitergegeben haben.

Foto: SVG file: SiBr 4 Designer: Hamid Nadimi Construction: ISIRI / Wikimedia Commons, Public domain

Im Iran ist ein Mann wegen angeblicher Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst Mossad hingerichtet worden. Das berichtete das gerichtsnahe Nachrichtenportal Misan. Nach dessen Angaben hatte der Oberste Gerichtshof das Todesurteil zuvor bestätigt.

Dem Verurteilten wurde vorgeworfen, während des zwölftägigen Krieges im Juni 2025 Informationen an Israel weitergegeben zu haben. Dabei soll es unter anderem um Daten zu Raketenstellungen und sensiblen Militärstandorten in der Provinz Isfahan gegangen sein. Laut iranischer Justiz habe der Mann aus finanziellen Motiven gehandelt.

Menschenrechtsgruppen schlagen Alarm

Die Hinrichtung fügt sich in eine Entwicklung ein, vor der Menschenrechtsorganisationen schon lange warnen. Sie kritisieren, dass die iranischen Behörden die Todesstrafe konsequent einsetzen und Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung häufig als Grundlage für harte Urteile nutzen. Nach Einschätzung der Gruppen dienen Hinrichtungen auch der Einschüchterung von Regimegegnern.

Hohe Zahlen bei Exekutionen

Nach Angaben von Iran Human Rights aus Norwegen und der französischen Organisation ECPM wurden im Iran im Jahr 2025 mindestens 1639 Menschen hingerichtet. Das wäre der höchste bekannte Stand seit 1989. Amnesty International nennt sogar 2159 Hinrichtungen im vergangenen Jahr und spricht vom höchsten registrierten Wert seit 1981.

Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht. Klar ist aber: Die erneute Hinrichtung eines angeblichen Spions dürfte die Debatte über die Menschenrechtslage im Iran weiter verschärfen.

Quelle: DW Deutsch

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