Politik

Inflation droht wieder zu steigen

13. September 2026
Inflation droht wieder zu steigen

WIFO-Chef Gabriel Felbermayr rechnet in Österreich wegen höherer Gas- und Ölpreise mit mehr Teuerung. In der ORF-„Pressestunde“ sagte er, die Inflation dürfte über 3 Prozent steigen.

Foto: Wikimedia Commons / Bundesministerium für Finanzen, CC BY 2.0

Die steigenden Spannungen am Golf schlagen laut WIFO-Chef Gabriel Felbermayr nun auch auf Österreich durch. In der ORF-„Pressestunde“ warnte er am Sonntag vor einer neuen Energiepreiswelle: Sowohl Öl als auch Gas hätten zuletzt deutlich zugelegt. Für Verbraucher bedeutet das nach seiner Einschätzung vor allem eines: Die Inflation dürfte über drei Prozent steigen.

Schon in der WIFO-Prognose vom Juni war für heuer eine Jahresinflation von 3,2 Prozent erwartet worden. Nun sieht Felbermayr die Entwicklung weiter nach oben zeigen. Besonders problematisch sei, dass hohe Energiepreise nicht nur die Teuerung anheizen, sondern auch die reale Kaufkraft belasten und bei künftigen Kollektivvertragsverhandlungen wieder eine Rolle spielen dürften.

Strompreis-Kopplung in der Kritik

Kritik übte der Ökonom erneut an der Verbindung von Strom- und Gaspreis. Dass Ausschläge beim Gaspreis direkt auf den Strompreis durchschlagen, hält er für falsch. Das immer wieder diskutierte Merit-Order-Prinzip müsse daher aus seiner Sicht geändert werden. Nachträgliche Eingriffe über das Abschöpfen von Gewinnen seien dagegen keine gute wirtschaftspolitische Lösung.

Wenig Spielraum für Entlastung

Bei politischen Gegenmaßnahmen sieht Felbermayr nur begrenzte Möglichkeiten. Kleinere Maßnahmen wie Spritpreisbremse oder die Mehrwertsteuersenkung auf viele Grundnahrungsmittel könnten die Teuerung zwar etwas dämpfen, aber nicht in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels drücken. Gegen Eingriffe in die Margen von Mineralölkonzernen sprach er sich erneut aus und verwies unter anderem auf Risiken für die Versorgung.

Mehr Handlungsspielraum wäre aus seiner Sicht nur mit budgetschonenden Maßnahmen denkbar. Eine Senkung oder Aussetzung der CO2-Abgabe könne zwar die Spritpreise drücken, sei angesichts der Budgetsituation aber kaum finanzierbar. Immerhin gebe es bei den Gasspeichern etwas Entwarnung: Österreich stehe hier besser da als der europäische Durchschnitt, auch wenn der richtige Zeitpunkt zum Auffüllen wegen der hohen Preise schwer zu treffen sei.

Quelle: ORF

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