Politik

Huthis greifen nach Engpass

12. September 2026
Huthis greifen nach Engpass

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben ihre Kontrolle an der Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer massiv ausgebaut. Laut jemenitischen Regierungsvertretern kontrollieren sie nun vier wichtige Inseln und die gesamte Westküste des Jemen.

Im Konflikt rund um das Rote Meer haben die Huthi-Rebellen einen strategisch heiklen Schritt gemacht: Nach Angaben jemenitischer Regierungsvertreter kontrolliert die mit dem Iran verbündete Miliz inzwischen alle vier wichtigen Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab sowie die gesamte Westküste des Jemen. Für die weltweit wichtige Schifffahrtsroute ist das eine brisante Entwicklung.

Neue Hebelwirkung für Teheran

Die Meerenge gilt als zentrale Passage für den internationalen Ölhandel. Genau deshalb könnte der Vormarsch der Huthis für Teheran politisch besonders wertvoll werden. Erstmals bezog sich am Freitag auch ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde auf die Lage und erklärte, eine Verhandlungslösung mit den USA müsse auch den Jemen umfassen. Irans Vizepräsident Mohammed Resa Aref gratulierte den Huthis zudem zu ihrem Vormarsch.

Die „New York Times“ sieht darin eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Die Huthis könnten den Schiffsverkehr in der Meerenge stören und damit zusätzlichen Druck aufbauen. Die Rebellen selbst versuchten die Lage zwar zu beruhigen und erklärten, für die Sicherheit der Schifffahrt bestehe kein Grund zur Sorge. Gleichzeitig hielten sie aber an ihrer ausgerufenen Seeblockade gegen saudi-arabische Schiffe fest.

Weniger Schiffe, mehr Druck

Dass die Lage bereits Folgen hat, zeigen Daten des Analyseunternehmens Kpler. Zuletzt passierten im Schnitt nur noch 37 Schiffe täglich die Meerenge, Mitte Juli waren es noch knapp 47. Laut AFP brachten die Huthis am Freitag auch die strategisch wichtige Insel Perim unter ihre Kontrolle.

Auch in Saudi-Arabien wächst die Nervosität. Nach Angriffen wurde die mehr als 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline in den Regionen Riad und Medina vorsorglich geschlossen. Laut saudischen Behörden wurden bei einem Drohnenangriff mehrere Menschen verletzt. Das Außenministerium erklärte, die Drohne sei aus dem Irak gestartet worden. Wer hinter dem Angriff steckt, wurde nicht mitgeteilt.

Quelle: ORF

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