Politik

Hunderte in Tunneln gefangen

31. August 2026
Hunderte in Tunneln gefangen

Nach der Flutkatastrophe im Himalaya suchen Einsatzkräfte in Nepal mit Hochdruck nach Überlebenden. In elf Wasserkraftwerken werden 933 Arbeiter vermutet, während die Zahl der Toten bereits bei mehr als 900 liegt.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya läuft in Nepal ein dramatischer Rettungseinsatz. Im Zentrum stehen derzeit 933 vermisste Arbeiter, die in blockierten Tunneln von elf Wasserkraftanlagen in den besonders betroffenen Distrikten Rasuwa und Nuwakot eingeschlossen sein könnten. Unterstützung kommt dabei auch von Spezialisten aus China und Indien.

Besonders bange Lage in Rasuwa

Am schwersten betroffen ist nach offiziellen Angaben das Projekt Upper Trishuli-1 im Distrikt Rasuwa. Dort gelten mindestens 576 Menschen als vermisst. Der Vorsitzende des Verbands unabhängiger Stromerzeuger Nepals, Mohan Kumar Dangi, geht davon aus, dass allein in einem Tunnel rund 300 Menschen festsitzen. Die Schlammmassen, Geröll und Eisreste machen den Zugang für Rettungsteams extrem schwierig. Bisher konnten nach Angaben der Armee erst drei Leichen geborgen werden.

Die Katastrophe hatte sich am vergangenen Mittwoch an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ereignet. Nach offiziellen Zahlen kamen dabei mehr als 900 Menschen ums Leben, fast 5.000 weitere werden noch vermisst. Nepals Armee versucht weiter, Wasser und Schutt aus den Tunneln zu räumen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Bagger, Bohrgeräte und auch Sprengstoff.

Rettung unter Zeitdruck

Am Standort Trishuli 3A gelang den Einsatzkräften am Samstagabend ein wichtiger Schritt: Sie durchbrachen den oberen Bereich eines verschütteten Tunnels, pumpten Luft hinein und brachten eine Kamera ins Innere. Doch Regen in der Nacht und steigende Flusspegel bremsten die Arbeiten erneut aus. Laut dem Geowissenschaftler Jakob Steiner von der Universität Graz könnten die Tunnel zwar groß genug sein, um Menschen vorerst Schutz zu bieten. Trotzdem sei die Lage kritisch, weil die Eingeschlossenen dringend Wasser und Nahrung brauchen.

Als Auslöser der Sturzflut nennen chinesische Staatsmedien den Abbruch eines Gletschers infolge der Erderwärmung. Gleichzeitig warnen Behörden vor neuen Seen und weiteren Erdrutschen, die zusätzliche Katastrophen auslösen könnten. Nepals Ministerpräsident Balendra Shah erklärte, das ganze Ausmaß der Schäden lasse sich bislang kaum erfassen.

Quelle: Tagesschau

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