Politik

Hormus bleibt der große Knackpunkt

18. August 2026
Hormus bleibt der große Knackpunkt

Im Streit zwischen den USA und dem Iran ist eine wichtige Frist aus dem Memorandum abgelaufen. Laut Sicherheitsexperte Roland Popp zeigt sich vor allem an der Straße von Hormus, warum ein Kriegsende weiter blockiert ist.

Foto: ETH Zürich / Wikimedia Commons, Public domain

Im Konflikt zwischen USA und Iran ist ein wichtiger Zeitrahmen verstrichen: Die im Memorandum festgelegte Frist von 60 Tagen für weitere Verhandlungen ist Anfang der Woche abgelaufen. Mitte Juni hatten sich beide Seiten darauf verständigt, den Krieg vorläufig einzufrieren und in dieser Zeit weiterzureden. Doch nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Roland Popp blieb die Lage widersprüchlich – denn trotz Vereinbarung gingen die Angriffe weiter.

Für Popp, der an der Militärakademie der ETH Zürich forscht, hatte das Papier dennoch einen Wert. Es habe zumindest skizziert, wie ein politischer Ausweg aussehen könnte: mit einer Wiederöffnung der Straße von Hormus, Gesprächen über die Atomfrage, einer Lockerung von Sanktionen und Hilfe beim Wiederaufbau. Gerade dieser Rahmen habe gezeigt, dass ein Ende des Konflikts grundsätzlich denkbar wäre.

Streitfall Straße von Hormus

Der größte Bremsklotz bleibt laut Popp die Frage, wer über die wichtige Meerenge bestimmt. Das Memorandum sah vor, dass die Passage innerhalb der Frist wieder geöffnet wird und der Iran mit dem Oman über ein neues Durchfahrtsregime spricht. Teil des Plans war demnach auch eine amerikanische Anerkennung iranischer Souveränität – zumindest teilweise. Nach Popps Darstellung passte das aber nicht zum späteren Verhalten der USA, die rasch nach alternativen Wegen durch die Route gesucht hätten. Der Iran habe darauf militärisch reagiert.

Oman als letzter Vermittler?

Besondere Bedeutung misst Popp dem Oman bei. Das Land sei ein enger Partner der USA in der Region, habe aber zugleich versucht, gegenüber dem Iran als Vermittler aufzutreten. Genau darin liege seine Stärke: Laut Popp genieße Oman in Teheran Vertrauen und sei womöglich die einzige Macht am Persischen Golf, auf die der Iran wirklich höre. Umso schärfer fällt seine Kritik an den jüngsten Drohungen von Donald Trump aus, der Oman bombardieren wolle, falls das Land den USA in die Quere komme.

Für die nächsten Wochen sieht Popp vor allem auf amerikanischer Seite ein Problem. Trump spiele auf Zeit und hoffe womöglich auf politische Folgen im Inneren des Iran. Gleichzeitig könnten die anstehenden Zwischenwahlen in den USA den Druck auf ihn erhöhen. Sollten sie schlecht für ihn ausgehen, könnte das die Bereitschaft vergrößern, doch wieder auf eine neue Vereinbarung hinzuarbeiten.

Quelle: SRF

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.