Politik

Golfstaaten zweifeln an Trump

10. September 2026
Golfstaaten zweifeln an Trump

Zu Beginn wurde US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien, Katar und den Emiraten gefeiert. Doch im Iran-Krieg fühlen sich die Golfstaaten von den USA im Stich gelassen und setzen nun stärker auf eigene Sicherheit.

Am Golf ist die anfängliche Begeisterung für Donald Trump deutlich abgeflaut. Als der US-Präsident im vergangenen Jahr seine erste offizielle Auslandsreise in die Region führte, wurde er in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit viel Pomp empfangen. Trump sprach von großen Geschäften, Katar übergab ihm ein Flugzeug, und aus den Hauptstädten der Region kamen demonstrative Zeichen enger Partnerschaft.

Vom Schulterschluss zur Ernüchterung

Inzwischen hat sich das Bild stark verändert. Der Grund ist laut dem Bericht vor allem der Iran-Krieg, der von Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu vorangetrieben worden sei. Als iranische Raketen und Drohnen auch Staaten auf der arabischen Halbinsel bedrohten, fühlten sich die Golfmonarchien von Washington nicht ausreichend geschützt – obwohl die USA dort zahlreiche Militärstützpunkte unterhalten.

Der Kairoer Experte Ahmed Sayyed Ahmed vom Al-Ahram-Forschungsinstitut bewertet das als klares Versagen der amerikanischen Schutzgarantie. Aus seiner Sicht wurden die US-Stützpunkte für die Partnerstaaten sogar zur Belastung. Denn statt selbst für Sicherheit zu sorgen, sei von den Golfstaaten verlangt worden, die Standorte gegen iranische Angriffe mit zu verteidigen.

Neue Lehre aus dem Krieg

Vor allem in Katar und den Emiraten wird deshalb nun stärker über strategische Eigenständigkeit gesprochen. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed al Ansari, machte deutlich, dass Partner zwar wichtig blieben – bei der Sicherheit könne man sich aber nicht allein auf andere verlassen.

Die politische Botschaft aus der Golfregion ist damit klar: Freundliche Worte, Waffen-Deals und symbolische Nähe reichen im Krisenfall nicht aus. Die arabischen Partner ziehen aus den vergangenen Monaten ihre Konsequenzen – und orientieren sich sicherheitspolitisch neu.

Quelle: Tagesschau

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