Politik

Geheimdienst warnte vor Ceuta-Ansturm

10. September 2026
Geheimdienst warnte vor Ceuta-Ansturm

Vor dem massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta Ende Juli hatte Spaniens Geheimdienst die Behörden gewarnt. Trotzdem gelangten an zwei Tagen mehr als 72.000 Menschen aus Marokko in die Exklave.

Foto: Mario Sánchez Bueno / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Vor der dramatischen Massenankunft in Ceuta Ende Juli gab es offenbar doch eine Vorwarnung: Der spanische Geheimdienst CNI informierte die Behörden in der nordafrikanischen Exklave bereits einen Tag vorher über mögliche Versuche, die Grenze in großer Zahl zu überwinden. Das geht aus nun freigegebenen Unterlagen der Regierung in Madrid hervor.

Demnach wurden am 29. Juli sowohl die Regierungsvertretung in Ceuta als auch die Guardia Civil auf Aufrufe in sozialen Netzwerken hingewiesen. In den Papieren ist von einem möglichen Ansturm „über Land und Meer“ die Rede. Laut den Dokumenten existierten zwei Facebook-Gruppen mit zusammen rund 180.000 Followern, in denen zum Grenzübertritt am Folgetag mobilisiert worden sein soll. Auch auf Versuche, schwimmend oder über den Grenzzaun nach Ceuta zu gelangen, wurde hingewiesen.

Tausende blieben in der Exklave

Am 30. und 31. Juli kamen schließlich mehr als 72.000 Menschen zu Fuß oder schwimmend von Marokko nach Ceuta. Viele kehrten rasch zurück oder wurden zurückgebracht. Trotzdem harren noch immer Tausende in der spanischen Exklave aus. Bei dem massiven Andrang starben zudem Dutzende Menschen.

Sánchez verteidigt die Regierung

Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez veröffentlichte rund 40 Dokumente aus dem Zeitraum zwischen dem 1. Juli und dem 1. August. Nach Darstellung von Sánchez belegen die Unterlagen, dass Madrid zwar von den Online-Aufrufen wusste, jedoch nicht vor dem tatsächlichen Ausmaß der Lage gewarnt worden sei. Der Geheimdienst habe demnach nur per Nachricht und kurzem Telefonat informiert und keine weitergehende Alarmierung etwa an das Verteidigungsministerium ausgelöst. Laut den nun bekannten Papieren wurden auch die marokkanischen Behörden informiert.

Parallel dazu kündigte die EU Unterstützung für Spanien an: Rund 115 Millionen Euro sollen helfen, die Migrationskrise in Ceuta zu bewältigen. Geplant sind demnach ein stärkerer Grenzschutz, bessere Überwachung, die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger sowie die Rückführung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht.

Quelle: spiegel

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