Politik

Frachter in Hormus attackiert

13. September 2026
Frachter in Hormus attackiert

Ein iranisches Frachtschiff ist nahe der Insel Hengam in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Laut Irna wurde ein Besatzungsmitglied getötet, vier weitere Menschen wurden verletzt.

Foto: ImanFakhri / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

In der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna traf ein unbekanntes Projektil ein iranisches Frachtschiff in der Nähe der Insel Hengam. Dabei kam demnach ein Besatzungsmitglied ums Leben, vier weitere wurden verletzt.

Unklare Lage nach nächtlichem Alarm

Bereits in der Nacht hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt, UKMTO, einen Angriff auf ein Schiff in der Meerenge gemeldet. Ob beide Berichte denselben Vorfall meinen, war zunächst offen. Klar ist aber: Die ohnehin explosive Situation in der wichtigen Wasserstraße hat sich damit weiter verschärft.

Die Route zwischen Persischem Golf und Golf von Oman ist für den weltweiten Handel von enormer Bedeutung. Vor allem Öl, Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten passieren normalerweise diese Passage. Dass der Iran den Schiffsverkehr dort mit Drohungen und Angriffen weiterhin weitgehend blockiert, hat laut Bericht Folgen weit über die Region hinaus.

Konflikt mit den USA spitzt sich zu

Zuletzt war der Streit zwischen Iran und den USA um die Meerenge erneut eskaliert. Dem Bericht zufolge greift das US-Militär inzwischen auch zivile iranische Schiffe an. US-Präsident Donald Trump hatte als Reaktion auf iranische Raketenangriffe auf Handelsschiffe eine neue "Tanker für Tanker"-Linie angeordnet. Die steigenden Preise in den USA erhöhen dabei auch den innenpolitischen Druck auf ihn vor den Parlamentswahlen im November.

Besonders brisant: Der Angriff geschah nur einen Tag vor einem Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten im Oman. Dort soll es ausgerechnet um die blockierte Schifffahrtsroute gehen, die inzwischen zum zentralen Streitpunkt des Konflikts geworden ist.

Quelle: DW Deutsch

Mehr aus Politik

EU plant Social-Media-Bremse
Politik17. September 2026

EU plant Social-Media-Bremse

In Straßburg hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Regeln zum Schutz Minderjähriger im Netz vorgestellt. Soziale Medien könnten für Unter-18-Jährige gesperrt werden, wenn Plattformen ihre Sicherheit nicht belegen.

Frankfurt streitet ums Theatergeld
Politik17. September 2026

Frankfurt streitet ums Theatergeld

In Frankfurt startet die neue Mehrjahresförderung für freie Theatermacher und Spielorte. Bewerbungen für die Jahre 2028 bis 2030 sind bis 15. November möglich, doch die Szene kritisiert Geldmangel und unklare Kriterien.

EU plant harte Social-Media-Regeln
Politik17. September 2026

EU plant harte Social-Media-Regeln

Die EU-Kommission will soziale Medien für Minderjährige in drei Altersstufen regeln. Vorgesehen sind ein Verbot für Unter-13-Jährige, Mini-Konten bis 15 und eigene Accounts erst ab 15 – aber nur auf nachweislich sicheren Plattformen.

Urteil schockt den Kosovo
Politik17. September 2026

Urteil schockt den Kosovo

Das Sondertribunal in Den Haag hat Ex-Präsident Hashim Thaci wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt. In Pristina reagierten viele Menschen geschockt und wütend, in Serbien löste das Urteil ebenfalls Unmut aus.

Kristersson räumt in Schweden
Politik17. September 2026

Kristersson räumt in Schweden

Nach der Parlamentswahl in Schweden tritt Regierungschef Ulf Kristersson zurück. Die von den Sozialdemokraten geführte Opposition kommt laut vorläufigem Ergebnis auf 176 von 349 Sitzen.

UN sieht US-Kriegsverbrechen
Politik17. September 2026

UN sieht US-Kriegsverbrechen

Ein UN-Bericht wirft den USA mögliche Kriegsverbrechen im Iran-Krieg vor. Im Fokus stehen zwei Angriffe im Februar, darunter eine Grundschule in Minab, bei der nach iranischen Angaben mehr als 150 Menschen starben.