Politik

Flucht und Hunger im Jemen

16. September 2026
Flucht und Hunger im Jemen

Im Jemen verschärft der Vormarsch der Huthi die humanitäre Krise. Nach UN-Angaben sind allein in diesem Monat rund 125.000 Menschen geflohen, während Hilfe vor Ort und internationale Finanzierung weiter fehlen.

Foto: المصور أنس الحاج / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Im Jemen spitzt sich die Lage für die Zivilbevölkerung dramatisch zu. Während international vor allem über Öl, Handel und die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab gesprochen wird, geraten die Menschen im Kriegsgebiet immer stärker in Not. Bilder aus einem provisorischen Lager im Südwesten des Landes zeigen Familien unter Plastikplanen, die vor den jüngsten Kämpfen geflohen sind.

Besonders hart trifft es Familien, die durch die Gefechte auseinandergerissen wurden. Eine Mutter berichtet, dass mehrere ihrer Kinder in umkämpften Gebieten eingeschlossen seien und ihre Häuser nicht verlassen könnten. Einkäufe seien kaum noch möglich, weil geschossen werde. Viele Menschen hätten nur noch das Nötigste zum Essen, während Fluchtwege abgeschnitten sind.

Immer mehr Vertriebene

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind etwa 125.000 Menschen allein in diesem Monat auf der Flucht. Das trifft ein Land, das bereits seit Jahren unter Krieg und Hunger leidet. Ein Familienvater schildert, dass viele nur mit dem nackten Leben entkommen konnten und alles zurücklassen mussten. Der Wunsch nach Sicherheit bleibt für viele bislang unerfüllt.

Hilfe reicht nicht aus

Hilfsorganisationen warnen zugleich vor einem Zusammenbruch der Versorgung. Ärzte ohne Grenzen berichtet von schweren medizinischen Fällen, für die dringend Chirurgen, Anästhesisten und Kinderärzte gebraucht würden. Gerade an der Westküste sei das jedoch kaum zu leisten. Die Internationale Organisation für Migration schlägt ebenfalls Alarm: Der Bedarf steige massiv, doch die Finanzierung bleibe weit hinter dem Nötigen zurück.

Hintergrund der Eskalation ist das Wiederaufflammen des Kriegs zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und den Truppen der international anerkannten Regierung, die unter anderem von Saudi-Arabien gestützt wird. Die Huthi kontrollieren inzwischen die komplette Westküste und beanspruchen die Herrschaft über Bab al-Mandab. Dort verläuft ein bedeutender Teil des Welthandels — doch für viele Menschen im Jemen zählt derzeit vor allem eines: überleben.

Quelle: Tagesschau

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