Politik

Europas Flüsse trocknen aus

16. August 2026
Europas Flüsse trocknen aus

Von der Donau bis zum Rhein: Hitze und Dürre drücken Europas Flüsse auf historische Tiefstände. Die Folgen reichen von Problemen für die Schifffahrt bis zu Schäden für Landwirtschaft, Stromerzeugung und Ökosysteme.

Europa erlebt in vielen Regionen dramatisches Niedrigwasser: Flüsse wie Donau, Rhein und Po führen derzeit so wenig Wasser, dass sie stellenweise kaum wiederzuerkennen sind. Hitze und anhaltende Trockenheit haben die Pegel auf teils historische Tiefstände gedrückt. Das hat spürbare Folgen weit über die Ufer hinaus.

Betroffen ist nicht nur die Schifffahrt. Wenn Flüsse austrocknen, geraten auch Stromerzeugung, Landwirtschaft und ganze Ökosysteme unter Druck. Gütertransporte werden eingeschränkt oder gestoppt, Ernten leiden unter Wassermangel und in manchen Gewässern sterben Fische. Fachleute nennen mehrere Ursachen für die Lage: wenig Wasser aus der Schneeschmelze im Winter, ein sehr mildes Frühjahr, fehlenden Regen, lange Trockenphasen und die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen. Dazu kommt laut Expertinnen und Experten die Klimakrise, durch die extreme Hitze und Dürre häufiger und heftiger werden.

Donau unter Druck

Besonders angespannt ist die Lage an der Donau. Nach Angaben von viadonau führt der Fluss aktuell außergewöhnlich wenig Wasser, an mehreren Pegeln liegen die Werte deutlich unter 50 Zentimetern – ein wichtiger Richtwert für die Schifffahrt. In Ungarn ist die Sorge auch wegen des AKW Paks groß: Dort wollen Behörden zwei Lastkähne in der Donau versenken, um den Wasserstand anzuheben und das Abschalten einer der zwei noch verbliebenen Turbinen zu verhindern. Gleichzeitig bringt das Niedrigwasser längst Verborgenes ans Licht, etwa ein Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg im serbischen Donau-Abschnitt bei Prahovo.

Rhein, Po und Weichsel auf Rekordtief

Auch in Deutschland spitzt sich die Situation zu. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein wird derzeit jeden Tag ein neuer historischer Tiefpunkt gemessen. Weil Transporte über den Rhein kaum noch möglich sind, will die Deutsche Bahn alte Güterwaggons wieder in Betrieb nehmen. In Italien wurden im Po schon im Juli Sand- und Kiesbänke sichtbar, die normalerweise unter Wasser liegen. Im gesamten Einzugsgebiet gilt die Wasserknappheit inzwischen als hoch, zusätzlich dringt Meerwasser vor und macht Wasser für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu salzig.

Das Bild ist europaweit ähnlich: Zu wenig Wasser verändert Landschaften, stoppt Transportwege und verschärft den Druck auf Natur und Infrastruktur. Vieles spricht dafür, dass solche Extreme in Zukunft nicht die Ausnahme bleiben.

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