Politik

Drohnenalarm über Moldau

11. September 2026
Drohnenalarm über Moldau

Russische Drohnen dringen laut DW inzwischen fast täglich in den Luftraum von Moldau und Rumänien ein. Ein neuer Vorfall nahe Chisinau verzögerte sogar den Abflug von Wolodymyr Selenskyj aus der moldauischen Hauptstadt.

Russlands Luftkrieg gegen die Ukraine trifft zunehmend auch die Nachbarländer Moldau und Rumänien. Wie DW berichtet, kommt es dort inzwischen beinahe täglich zu Zwischenfällen mit Drohnen auf dem Staatsgebiet. Dabei geht es längst nicht mehr nur um verletzten Luftraum: Immer wieder stürzen Fluggeräte ab oder explodieren, auch Verletzte hat es bereits gegeben. Besonders brisant ist, dass nun sogar ukrainische Grenzübergänge in Richtung Moldau und Rumänien angegriffen werden.

Vorfall bremst Selenskyjs Abflug

Für großes Aufsehen sorgte ein Drohnenfall vom 8. September 2026. Eine russische Geran-Drohne mit Strahltriebwerk, die laut Bericht bis zu 500 Stundenkilometer erreichen kann, flog von der besetzten Krim kommend erst in den moldauischen, dann in den rumänischen Luftraum. Nach einem abrupten Kurswechsel kehrte sie nach Moldau zurück, stürzte bei der Ortschaft Riscani in ein Sonnenblumenfeld und explodierte.

Der Einschlag lag zwar rund 160 Kilometer nördlich des Flughafens Chisinau, trotzdem hatte der Vorfall direkte Folgen: Moldau schloss seinen Luftraum für etwa eine Stunde komplett, der Flughafen in Chisinau und auch der Airport im rumänischen Iasi unterbrachen vorübergehend den Betrieb. Dadurch verzögerte sich auch der Abflug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der aus Chisinau weiter nach Oslo reisen wollte.

Wachsende Zweifel am Zufall

Beobachter sehen in der Flugbahn der Drohne ein mögliches bewusstes Manöver. Der Vorfall zeigt zugleich, wie begrenzt Moldaus Möglichkeiten bei der Luftabwehr sind. Laut dem Bericht wurde die Drohne zwar von der Überwachung erfasst und verfolgt, ein Abschuss war aber nicht möglich. Öffentlich zugänglichen Angaben zufolge verfügt das Land nur über wenige polnische Piorun-Flugabwehrraketen, die allenfalls einzelne Objekte absichern können.

Auch Rumänien reagierte: Vom NATO-Stützpunkt Kogalniceanu bei Constanta stiegen zwei Kampfflugzeuge auf. Warum die Drohne nicht abgeschossen wurde, bleibt laut dem vorliegenden Text offen. Klar ist jedoch: Der russische Drohnenkrieg rückt immer näher an die Grenzen zweier weiterer Staaten heran.

Quelle: DW Deutsch

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