Politik

BRICS zeigt Einigkeit

14. September 2026
BRICS zeigt Einigkeit

Beim BRICS-Gipfel in Neu-Delhi haben die Mitgliedstaaten eine gemeinsame Abschlusserklärung verabschiedet. Konkrete Lösungen blieben aus, stattdessen setzte Gastgeber Indien auf Ausgleich und starke Bilder der Einigkeit.

Foto: Wikimedia Commons / A Cricket Premi, CC BY-SA 4.0

Zum Abschluss des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi haben sich die Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. Das wichtigste Signal des Treffens: Trotz sehr unterschiedlicher Interessen gelang es dem Staatenforum, nach außen Geschlossenheit zu zeigen. Inhaltlich blieb das Papier jedoch auffällig vage.

Viel Konsens, wenig Klartext

In der Abschlusserklärung äußern sich die Staaten besorgt über den Konflikt im Nahen Osten, ohne Verantwortliche zu benennen. Gerade das machte den Konsens möglich: Mit Iran, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten saßen Länder mit gegensätzlichen Positionen an einem Tisch und stimmten dennoch demselben Text zu. Bloßgestellt werden sollte offenkundig niemand.

Nach Einschätzung der in der Quelle genannten Politikwissenschaftlerin Umma Salma Bava steckt dahinter Methode. In einer zunehmend zerrissenen Welt habe das Verbinden unterschiedlicher Interessen Vorrang. Indiens Stärke liege dabei darin, rivalisierende Akteure zusammenzubringen und so weit zu moderieren, dass am Ende eine gemeinsame Grundlage stehen kann.

Indien nutzt die Bühne

Für Gastgeber Indien war das Treffen auch eine gelungene Imageoffensive. Influencer und Content Creator aus Ländern wie China, Nigeria, Indonesien, Thailand oder Kasachstan wurden durchs Land geführt. Zwischen Taj Mahal und Rotem Fort entstanden Bilder und Clips, die das offizielle Motto des Gipfels sichtbar machen sollten.

Politisch zeigt das Treffen vor allem eines: Die BRICS-Staaten wollen sich nicht länger nur als Empfänger westlicher Regeln sehen. Narendra Modi betonte den Anspruch, selbst mitzugestalten. Doch genau darin liegt auch der Balanceakt des Bündnisses: große Machtansprüche auf der einen, weiter ungelöste Gegensätze auf der anderen Seite.

Quelle: Tagesschau

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