Politik

Brics ringt um Einigkeit

13. September 2026
Brics ringt um Einigkeit

Beim Brics-Gipfel in Indien stand der Krieg mit Iran-Bezug über allem. Trotz Spannungen zwischen Mitgliedern wie Iran, Emiraten, Indien und China einigten sich die zehn Staaten überraschend schnell auf eine gemeinsame Abschlusserklärung.

Foto: Wikimedia Commons / Palácio do Planalto, CC BY-SA 4.0

Der Brics-Gipfel in Indien ist von heftigen Spannungen überschattet worden. Vor allem der Krieg rund um den Iran setzte dem Treffen zu, weil er die Mitgliedsstaaten wirtschaftlich belastet – etwa durch höhere Energiepreise und Probleme in den Lieferketten. Dazu kamen politische Konflikte innerhalb der Gruppe: Der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen sich als Rivalen gegenüber, obwohl beide erst seit rund zweieinhalb Jahren zu Brics gehören.

Auch zwischen Gastgeber Indien und China bleibt das Verhältnis angespannt. Chinas Staatschef Xi Jinping reiste erst kurz vor dem Start des Gipfels in Delhi an – sein erster Besuch in Indien seit sieben Jahren. Beide Länder streiten seit Langem über ihre gemeinsame Grenze. Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie sich Brics gegenüber dem Westen positionieren soll.

Mehr Macht, mehr Reibung

Gegründet wurde die Gruppe 2009 zunächst von Brasilien, Russland, Indien und China, später kam Südafrika hinzu. Heute stehen die Brics-Staaten nach der Erweiterung für knapp ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Ein wichtiges Projekt der Gruppe ist die eigene Entwicklungsbank, die ärmeren Ländern Kredite ohne politische Auflagen ermöglichen soll.

Mit der gewachsenen Größe wird es aber schwieriger, gemeinsame Positionen zu finden. Beim Außenministertreffen im Mai scheiterte noch ein gemeinsames Communiqué. Umso überraschender war nun, dass Indiens Premierminister Narendra Modi schon wenige Stunden nach Gipfelbeginn eine Abschlusserklärung präsentieren konnte.

Erfolg für Indien

In dem Text verurteilen die Brics-Länder jede Form von Aggression, ohne einen Staat direkt zu nennen. Außerdem werben sie für Dialog und Diplomatie zur Beendigung von Konflikten. Inhaltlich bleibt das zwar sehr allgemein – diplomatisch ist die Einigung aber ein Signal. Indien kann das Treffen damit als Erfolg verbuchen und seinen Anspruch unterstreichen, als Stimme des globalen Südens aufzutreten. Trotz aller Differenzen haben die Brics-Staaten damit vor allem eines gezeigt: Sie sind noch konsensfähig.

Quelle: SRF

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