Politik

Arktis wird zum Machtpoker

13. September 2026
Arktis wird zum Machtpoker

Beim EU-Gipfel in Finnland rückt die Arktis in den Mittelpunkt. Die Region gewinnt laut Bundesregierung militärisch und wirtschaftlich an Bedeutung, während Russland, China und die USA ihre Interessen ausbauen.

Foto: Wikimedia Commons / Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 de

Die Arktis liegt geografisch weit weg, politisch aber rückt sie immer näher. Beim EU-Gipfel in Finnland beraten die Mitgliedstaaten über eine Region, die aus Sicht Europas sicherheitspolitisch und wirtschaftlich immer wichtiger wird. Auch Kanzler Friedrich Merz ist dabei. Hintergrund sind neue Spannungen im Hohen Norden - und der wachsende Druck durch rivalisierende Großmächte.

Militärisch sensible Region

Wie ernst die Lage eingeschätzt wird, zeigte sich bereits im Juli bei einem Besuch von Außenminister Johann Wadephul im norwegischen Militärhauptquartier in Reitan. Dort werden unter anderem Bewegungen von Schiffen und Flugzeugen im Norden überwacht. Nach Angaben der Bundesregierung spielen dabei auch russische Atom-U-Boote eine Rolle, die vor der Küste Richtung Nordatlantik unterwegs sind.

Berlin verweist vor allem auf die strategische Bedeutung der Region. Es geht um Unterseekabel, Nachschubwege und Verbindungen zwischen Amerika und Europa. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte dazu erklärt, Russland baue seine militärische Präsenz in der Arktis seit Jahren wieder aus. Für die NATO wäre ein möglicher Vorstoß vom Nordmeer in den Nordatlantik besonders heikel. Deshalb hat auch das Bündnis seine Aktivitäten verstärkt, an denen sich die Bundeswehr beteiligt.

Rohstoffe und neue Interessen

Neben Sicherheitsfragen geht es auch um wirtschaftliche Chancen. Durch das schmelzende Eis werden in der Arktis Rohstoffe leichter zugänglich, darunter Seltene Erden. Die Bundesregierung betont dabei immer wieder internationales Recht und das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Das ist kein Zufall: Neben Russland ist auch China in der Region aktiv, während US-Präsident Donald Trump Ansprüche auf Grönland angemeldet hat.

Deutschland will deshalb nicht nur auf Abschreckung setzen, sondern auch auf Forschung und Diplomatie. Die Bundesregierung kündigt an, die deutsche Arktisforschung weiter zu unterstützen und sich stärker in internationalen Gremien einzubringen, etwa im Arktischen Rat, in dem Deutschland Beobachter ist. Klar ist schon jetzt: Die Arktis ist längst kein entlegener Rand der Welt mehr, sondern ein Schauplatz globaler Machtpolitik.

Quelle: Tagesschau

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