Politik

40.000 Euro für Betroffene

27. August 2026
40.000 Euro für Betroffene

Dänemark zahlt Grönländerinnen im Spiralen-Skandal eine Entschädigung von jeweils rund 40.000 Euro. Anspruch haben Frauen, denen zwischen 1960 und 1991 ohne Wissen oder Zustimmung Verhütungsspiralen eingesetzt wurden.

Foto: Wikimedia Commons / Palácio do Planalto, CC BY 2.0

Im sogenannten Spiralen-Skandal in Grönland hat das dänische Parlament eine Entschädigung beschlossen: Betroffene Frauen sollen jeweils rund 40.000 Euro erhalten. Damit reagiert Kopenhagen auf ein Kapitel aus den 1960er- und 1970er-Jahren, als dänische Ärzte tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen eingesetzt haben sollen – ohne deren Einverständnis.

Wer Anspruch auf Geld hat

Nach dem Beschluss gilt die Regelung für Frauen, denen zwischen 1960 und 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung eine Spirale eingesetzt wurde. Schätzungen zufolge könnten etwa 4500 Frauen anspruchsberechtigt sein. Unter ihnen waren laut Bericht auch 13-jährige Mädchen.

Öffentlich ins Rollen kam der Fall, nachdem der dänische Rundfunksender DR 2022 über die Geburtenkontrolle in Grönland berichtet hatte. Eine Gruppe von Frauen aus Grönland zog 2024 vor Gericht und forderte Entschädigung von Dänemark.

Entschuldigung und neue Berichte

Für das Vorgehen hatte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bereits im vergangenen Jahr offiziell entschuldigt. Am Freitag werden zudem zwei Expertenberichte erwartet, die den Skandal weiter untersuchen sollen. Dabei geht es auch um die Frage, ob das damalige Handeln juristisch als Völkermord gewertet werden könnte.

Der Fall belastet das Verhältnis zwischen Dänemark und Grönland bis heute. Mit der Entschädigung ist nun ein politischer Schritt gemacht – die juristische und historische Aufarbeitung ist damit aber noch nicht abgeschlossen.

Quelle: DW Deutsch

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