Politik

Wadephul sagt Kiew Hilfe zu

23. August 2026
Wadephul sagt Kiew Hilfe zu

Außenminister Johann Wadephul hat in Kiew weitere 50 Millionen Euro humanitäre Hilfe zugesagt. Nach einem Raketenangriff nahe der Hauptstadt drängt er zudem auf zusätzliche Patriot-Systeme für die ukrainische Luftabwehr.

Foto: nw

Johann Wadephul hat der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew neue Unterstützung zugesichert. Der Außenminister kündigte 50 Millionen Euro zusätzliche humanitäre Hilfe an und stellte weitere Anstrengungen bei der Luftverteidigung in Aussicht. Vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag will die Reise nach seinen Worten ein klares Signal der Solidarität senden.

Wie dringend das Thema ist, zeigte sich während des Besuchs unmittelbar: Während Wadephul gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj an einem Treffen mit Veteranen teilnahm, schlugen in einem Vorort rund 30 Kilometer von Kiew drei Raketen ein. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Auch am Veranstaltungsort selbst ging Luftalarm auf den Handys der Teilnehmer ein.

Mehr Druck bei der Luftabwehr

Wadephul machte deutlich, dass die Ukraine vor allem Schutz gegen ballistische Raketen brauche. Er will weiterhin Verbündete dazu bewegen, Patriot-Abwehrraketen oder entsprechende Systeme bereitzustellen. Als mögliche Lieferländer nennt die Lageübersicht Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die Bundeswehr hat bereits fünf Systeme abgegeben und sieht bislang kaum Spielraum für weitere Lieferungen aus eigenen Beständen.

Trotzdem brachte der CDU-Politiker ins Spiel, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius die Reserven noch einmal prüfen solle. Ob aus deutschen Beständen doch noch etwas möglich sei, müsse mit den Fachleuten erneut bewertet werden. Aus Wadephuls Sicht unterstreicht die Lage in Kiew, wie akut der Bedarf an zusätzlicher Luftverteidigung inzwischen ist.

Besuch vor dem Unabhängigkeitstag

Zum Auftakt seines Aufenthalts stand das Gedenken an die Gefallenen auf dem Maidan-Platz. Das weitere Programm am Sonntag blieb aus Sicherheitsgründen offen. Politisch ließ Wadephul keinen Zweifel an der deutschen Linie und zeigte sich überzeugt, dass die Ukraine den Krieg mit Unterstützung ihrer Partner bestehen könne. Zugleich richtete er eine klare Botschaft an den Kreml: Russland dürfe nicht darauf setzen, dass Kiew und seine Unterstützer nachgeben.

Quelle: nw

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.