Politik

Trump droht dem Oman

18. August 2026
Trump droht dem Oman

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton im Streit um die Straße von Hormus. Der Oman versucht weiter, zwischen den USA und Iran zu vermitteln, doch das frühere Memorandum zum Schiffsverkehr ist bereits gescheitert.

Foto: Daniel Torok / Wikimedia Commons, Public domain

Im Konflikt um die Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump dem Oman ungewöhnlich scharf gedroht. Hintergrund sind Vermittlungsversuche des Golfstaats zwischen den USA und Iran. Oman arbeitet daran, den internationalen Schiffsverkehr durch die Meerenge wieder abzusichern und mit Iran eine neue Regelung auszuhandeln.

Der Streit hängt an einem inzwischen gescheiterten Memorandum of Understanding vom 17. Juni. Darin war vorgesehen, dass Iran sich für 60 Tage um eine sichere und gebührenfreie Passage kommerzieller Schiffe bemüht. Danach sollten Iran und Oman klären, wie Verwaltung und maritime Dienstleistungen in der Wasserstraße künftig organisiert werden.

Oman sitzt zwischen den Fronten

Genau dieser Punkt ist nun hoch umstritten. Laut einer Analyse von Chatham House könnte Iran die Vereinbarung so verstanden haben, dass Washington weitergehende iranische Ansprüche auf Einfluss in der Meerenge akzeptiert habe. Der Think Tank hält das jedoch für rechtlich nicht tragfähig. Aus seiner Sicht schließen die Rechte der Küstenstaaten weder eine Beschränkung der internationalen Durchfahrt noch zusätzliche Mautforderungen ein.

Als möglicher Ausweg wird eine Regelung genannt, die beiden Seiten das Gesicht wahrt. Diskutiert wird demnach eine begrenzte Gebühr, die sich an realen Kosten orientiert, etwa für Sicherheit der Schifffahrt oder Umweltschutz. Im Gespräch ist auch eine gemeinsame iranisch-omanische Organisation einzelner maritimer Dienste. Das Institute for the Study of War warnt allerdings, Iran könne seinen durch die Behinderung des Schiffsverkehrs gewonnenen Einfluss dauerhaft absichern wollen.

Trump lehnt Verlängerung ab

Für Trump bleibt die Kontrolle über den Schiffsverkehr ein zentrales Druckmittel gegenüber Teheran. Eine Verlängerung des früheren Memorandums will er laut BBC nicht. Damit verschärft sich die Lage für Oman, das seit Langem als Vermittler zwischen USA und Iran auftritt. Der Staat an der Südostspitze der Arabischen Halbinsel versucht weiter, eine diplomatische Lösung zu erreichen – steht nun aber selbst im Zentrum der Eskalation.

Quelle: DW Deutsch

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