Politik

Taiwans geheime US-Helfer

27. August 2026
Taiwans geheime US-Helfer

Bei Taiwans großer Militärübung zur Abwehr einer chinesischen Invasion sollen laut lokalen Medien mehr als 100 US-Berater vor Ort gewesen sein. Offiziell treten die auffallend fitten Amerikaner oft nur als „Englischlehrer“ in Erscheinung.

Foto: businessinsider_de

In Taiwan sind sie ein offenes Geheimnis: auffallend sportliche Amerikaner im wehrfähigen Alter, die bei Militärübungen plötzlich auftauchen und offiziell oft nur als „Englischlehrer“ gelten. Bei der diesjährigen Han-Kuang-Übung, Taiwans wichtigstem Manöver zur Abwehr eines möglichen chinesischen Angriffs, sollen laut lokalen Medien mehr als 100 US-Militärberater und Ausbilder auf der Insel dabei gewesen sein.

Offiziell heikel, praktisch offenbar eng

Die USA beliefern Taiwan zwar mit Waffen, doch eine offen sichtbare Militärpräsenz ist politisch brisant. Gerade deshalb läuft die Zusammenarbeit offenbar zurückhaltend ab. Schon ein Bericht des „Wall Street Journal“ hatte 2021 beschrieben, dass kleine Gruppen von US-Spezialkräften mindestens ein Jahr lang taiwanische Einheiten ausgebildet hätten. Auch bei der aktuellen Übung zeigte sich dieses Muster: präsent, aber möglichst unauffällig.

Taiwans Verteidigungsminister Koo Li-hsiung deutete selbst an, dass amerikanische Helfer je nach Bedarf eingesetzt würden — aber eben nicht überall sichtbar seien. Zugleich machte er klar, dass die militärische Kooperation enger sei, als viele vermuten dürften.

Beobachtet auf den Straßen von Taipeh

Wie diskret diese Präsenz wirkt, zeigt eine Szene aus Taipeh: Während einer nächtlichen Übung der Militärpolizei an einer U-Bahn-Station im Regen wurden zwei weiß gekleidete Männer mit kurzen Haarschnitten beobachtet, die zunächst für ausländische Journalisten gehalten werden konnten. Ein taiwanischer Soldat stellte später nur knapp klar, dass sie keine Journalisten seien. Mehr sagte er nicht.

Für Taiwan ist das Zusammenspiel mit den USA ein sensibles, aber offenbar wichtiges Signal. Nach außen bleibt vieles vage. Vor Ort scheint jedoch sichtbar zu werden, wie eng beide Seiten im Ernstfall bereits zusammenarbeiten.

Quelle: businessinsider_de

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