Politik

Stopp für Park-Grenzprojekt

18. August 2026
Stopp für Park-Grenzprojekt

Die US-Regierung hat die Arbeiten an einem umstrittenen Grenzschutzprojekt im Big-Bend-Nationalpark in Texas vorerst angehalten. Nach breiter Kritik will CBP-Chef Rodney Scott sich nun selbst vor Ort ein Bild machen.

Foto: eclectico63 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Die US-Regierung hat die Arbeiten an einem umstrittenen Grenzschutzprojekt im Big-Bend-Nationalpark in Texas zunächst ausgesetzt. Vorausgegangen war parteiübergreifender Widerstand von Behördenvertretern, Aktivisten sowie Anwohnerinnen und Anwohnern. Damit stoppt Washington vorerst ein Vorhaben, das als Teil des Ausbaus der Grenzsicherung zu Mexiko geplant war.

Der Chef der US-Grenzschutzbehörde CBP, Rodney Scott, erklärte in einem auf X veröffentlichten Video, dass sämtliche Aktivitäten in dem Nationalpark auf Eis gelegt würden, bis er selbst dorthin gereist sei. Wie lange die Pause dauern soll, blieb offen. Scott kündigte Gespräche mit lokalen Initiativen an. Er sprach davon, sowohl eine Antwort auf die aus seiner Sicht reale Bedrohung für die nationale Sicherheit durch Migration als auch eine Lösung zum Schutz des Parks finden zu wollen.

Schutzgebiet mit heiklem Bauplan

Geplant waren laut Heimatschutzministerium mehrere neue Maßnahmen zur Grenzsicherung. Dazu gehörten unter anderem:

Gerade das sorgt für Kritik, denn der Big-Bend-Nationalpark gilt als besonders artenreich und ist für seine Landschaft bekannt. In dem Schutzgebiet leben Hunderte Vogelarten, außerdem Luchse und Schwarzbären. Gegner der Pläne warnen auch vor möglichen Schäden an archäologischen Stätten und Begräbnisplätzen indigener Völker.

Treffen vor Ort angekündigt

Der Sheriff von Brewster County, Ronny Dodson, will Scott bei dessen Besuch treffen. Er hofft, dass sich der CBP-Chef direkt vor Ort ein Bild machen und mit Menschen aus der Region sprechen wird. Dodson verweist unter anderem auf die geplante Straße durch den Park und will außerdem mehr darüber erfahren, welche Technik die Behörde künftig an der Grenze einsetzen möchte.

Auch aus der Politik kam Bewegung in die Sache. Der texanische Gouverneur Greg Abbott erklärte, er habe mit Heimatschutzminister Markwayne Mullin gesprochen. Demnach sei ihm zugesichert worden, dass im Park weder eine Mauer noch Barrieren errichtet würden. Aktivisten werten die Baupause zwar als Signal, sehen darin aber nur einen ersten Schritt und wollen nun genau beobachten, ob die Behörde ihre Pläne tatsächlich ändert.

Quelle: ORF

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.