Politik

Russlands Raketen treffen Jobs

26. August 2026
Russlands Raketen treffen Jobs

Russland greift laut einem Bericht gezielt die ukrainische Wirtschaft an. Beobachter warnen: Für Unternehmen liegt die Trefferwahrscheinlichkeit in den nächsten zwölf Monaten bei rund 20 Prozent, das Wachstum könnte auf null fallen.

Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine offenbar immer stärker darauf, nicht nur Städte und Menschen anzugreifen, sondern auch die wirtschaftliche Basis des Landes. Nach Einschätzung von Beobachtern treffen Drohnen- und Raketenangriffe inzwischen gezielt Unternehmen, Industrie und Transportwege – mit Folgen, die weit über einzelne Schäden hinausgehen.

Unternehmen unter Dauer-Risiko

Der Ökonom Andrij Dlihatsch, der einen Zusammenschluss von Unternehmerverbänden berät, kommt zu einer alarmierenden Einschätzung: Für jedes Unternehmen in der Ukraine liege die Wahrscheinlichkeit, in den kommenden zwölf Monaten getroffen zu werden, bei 20 Prozent. Grundlage dafür sei unter anderem die Zahl russischer ballistischer Raketen und die begrenzte Fähigkeit der Ukraine, diese abzufangen.

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR produziert Russland monatlich mindestens 60 ballistische Raketen. Genau hier liegt laut Bericht eines der größten Probleme der Ukraine: Beim Schutz gegen diese Waffen gilt bisher vor allem das US-System „Patriot“ als wirksam. Zwar verfügt die Ukraine über mehrere Anlagen, doch die Zahl der verfügbaren Abfangraketen sinkt. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge sollen es bis Jahresende 264 sein – im Vorjahr waren es noch 364.

Wachstum wackelt massiv

Wie stark die Lage bereits auf die Wirtschaft durchschlägt, zeigen die aktuellen Prognosen. Dlihatsch sagt, dass russische Langstreckenwaffen allein in diesem Jahr schon etwa doppelt so viel wirtschaftlichen Schaden angerichtet hätten wie in den fast vier Kriegsjahren davor zusammen. Nicht eingerechnet seien dabei die Verwüstungen in Frontnähe, wo viele Firmen weitgehend zerstört seien.

Damit wird klar: Die Angriffe zielen nicht nur auf militärische Infrastruktur, sondern zunehmend auf die wirtschaftliche Widerstandskraft der Ukraine. Je schwächer der Schutz vor ballistischen Raketen, desto größer wird der Druck auf Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze im Land.

Quelle: Tagesschau

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