Politik

Rekord bei Hitzetoten

30. August 2026
Rekord bei Hitzetoten

In Österreich sind laut AGES im Juni und Juli 2026 insgesamt 646 Menschen hitzebedingt gestorben. Das ist der höchste Wert für diesen Zeitraum, während zugleich immer mehr Gesundheitseinrichtungen unter Hitzebelastung leiden.

Foto: Unknown author Unknown author / Wikimedia Commons, Public domain

Die Hitze dieses Sommers hat in Österreich besonders schwere Folgen: Nach Berechnungen der AGES starben im Juni und Juli 646 Menschen hitzebedingt. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, ist das der höchste bisher erfasste Wert für diesen Zeitraum. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand lag Ende Juli 2024 bei 570 Fällen, im Vorjahr waren es 284.

Nach Einschätzung des Ministeriums zeigen die aktuellen Zahlen deutlich, wie stark anhaltend hohe Temperaturen die Gesundheit belasten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Betroffene. Auch das Gesundheitssystem gerät zunehmend unter Druck, weil immer mehr Einrichtungen über viele Tage hinweg extremer Hitze ausgesetzt sind.

Immer mehr Einrichtungen betroffen

Eine neue Auswertung der Gesundheit Österreich GmbH hat erstmals österreichweit untersucht, welche Standorte besonders stark von Hitze betroffen sind. Im langjährigen Schnitt waren rund 20 Prozent der erfassten Einrichtungen hoch belastet. In diesem Sommer lagen die Werte bis Ende Juli aber deutlich darüber.

Ministerium sieht dringenden Handlungsbedarf

Gesundheitsministerin Korinna Schumann sprach von einer komplexen Entwicklung. Entscheidend sei vor allem der Blick auf jene Orte, an denen besonders vulnerable Menschen versorgt und gepflegt werden. Die derzeitige Analyse solle zeigen, wo die größten Risiken liegen und wo gezielt Maßnahmen nötig sind. Dafür wurden die Standorte von Krankenanstalten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten mit Daten zur Hitzebelastung verknüpft.

Auch der ÖGB drängt angesichts des heißen Sommers und des Klimawandels auf zusätzliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Die Zahl der hitzeassoziierten Todesfälle basiert auf einem wissenschaftlichen Modell der AGES, weil Hitze in amtlichen Dokumenten nur selten direkt als Todesursache aufscheint. Wer Hilfe oder Beratung braucht, kann sich an das kostenlose Hitzetelefon unter 0800 880 800 oder bei akuten Beschwerden an die Gesundheitshotline 1450 wenden.

Quelle: ORF

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.