Politik

Norwegen trauert um Harald

28. August 2026
Norwegen trauert um Harald

Norwegens König Harald ist im Alter von 89 Jahren in Oslo gestorben. Der als bodenständig und tolerant geltende Monarch war zuletzt Europas ältester regierender König; nun folgt ihm sein Sohn Haakon auf den Thron.

Foto: Wikimedia Commons / Saint-Saëns, Camille (1835-1921). Compositeur, Public domain

König Harald von Norwegen ist tot. Der Monarch starb im Alter von 89 Jahren in Oslo, wie der königliche Palast mitteilte. Harald war zuletzt der älteste regierende König Europas – und über viele Jahre eine der beliebtesten Figuren des Landes.

Seine frühen Jahre waren von Krieg und Flucht geprägt. Als 1940 deutsche Truppen Norwegen überfielen, musste der damals erst dreijährige Prinz mit seiner Familie das Land verlassen. Harald wuchs im Exil in den USA auf, während sein Vater und sein Großvater von London aus den Widerstand gegen die Besatzung unterstützten. Diese Erfahrungen prägten offenbar auch sein späteres Verständnis von Gesellschaft und Zusammenhalt.

Ein König mit klarer Haltung

Harald galt als nahbar, bodenständig und offen. Besonders in Erinnerung bleiben seine öffentlichen Aussagen für ein vielfältiges Norwegen. Damit erreichte er nicht nur traditionelle Monarchie-Anhänger, sondern auch viele jüngere, progressive Menschen im Land. Für viele war er ein König, der alle Norweger vertreten wollte – unabhängig von Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung.

Thronwechsel in schwieriger Zeit

Privat hielt sich Harald meist im Hintergrund. Umso stärker wirkte er in der Öffentlichkeit als verlässliche Konstante. Nach seinem Tod übernimmt nun Haakon den Thron. Der Wechsel kommt für das norwegische Königshaus in unruhigen Zeiten: Kronprinzessin Mette-Marit lebt mit einer Spenderlunge, zudem stand sie wegen ihrer Freundschaft zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in der Kritik. Ihr ältester Sohn aus einer früheren Beziehung wurde wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu einer Haftstrafe verurteilt.

Gerade vor diesem Hintergrund galt Harald für viele Menschen in Norwegen über Jahrzehnte als eine Art Fels in der Brandung. Mit seinem Tod verliert das Land nicht nur seinen König, sondern auch eine prägende Symbolfigur einer ganzen Epoche.

Quelle: Tagesschau

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