Politik

Nord Stream wird Wahlkampf-Zoff

20. August 2026
Nord Stream wird Wahlkampf-Zoff

Nach einer zweiten Festnahme im Fall der Nord-Stream-Sprengung bekommt der Fall in Deutschland neue politische Wucht. BSW und AfD nutzen die Ermittlungen im Wahlkampf und fordern harte Konsequenzen gegenüber der Ukraine.

Foto: Wikimedia Commons / Sven Teschke, CC BY-SA 3.0 de

Die Ermittlungen zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines bekommen neuen Schub: Zum zweiten Mal hat die Bundesanwaltschaft einen mutmaßlich beteiligten Taucher festnehmen lassen. Nach Einschätzung der Ermittler wurden drei der vier Röhren von einer Gruppe ukrainischer Taucher gesprengt. Der Fall ist damit nicht nur juristisch brisant, sondern längst auch politisch aufgeladen.

Fall wird zum Wahlkampfthema

Besonders sichtbar ist das derzeit beim BSW. In Berlin taucht Nord Stream sogar auf Wahlplakaten auf: zu sehen ist ein angekettetes Ventil, dazu die Forderung, die Pipeline wieder aufzudrehen. Parteichefin Sahra Wagenknecht macht die Ukraine für den Anschlag verantwortlich und kritisiert, dass Deutschland das Land weiter mit Milliarden unterstützt.

Auch die AfD greift den Fall offensiv auf — im Parlament, in sozialen Medien und im Wahlkampf. Ihr außenpolitischer Sprecher Markus Frohnmaier verwies vor der Sommerpause im Bundestag auf die Anklage der Bundesanwaltschaft gegen den Ukrainer Serhii K. Dabei stützt sich die Partei auf Passagen, wonach der Plan zur Zerstörung von Nord Stream nach Beginn des russischen Angriffskrieges von Militärangehörigen im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt worden sein soll.

Was aus der Anklage hervorgeht

Für die AfD reicht das bereits aus, um Forderungen nach Schadenersatz und einem Stopp der deutschen Unterstützung für die Ukraine zu erheben. Die Bundesregierung bleibt dagegen vorsichtig. Sie verweist darauf, dass es bislang kein Urteil gibt, der Prozess noch nicht begonnen hat und die Ermittlungen weiterlaufen. Nach der jüngsten Festnahme machte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zudem klar, dass die Aufklärung noch nicht abgeschlossen ist.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.