Politik

Neues Bündnis in Nahost

01. September 2026
Neues Bündnis in Nahost

In Istanbul ist die neue Mekka-Verteidigungsallianz erstmals offiziell vorgestellt worden. Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan reagieren damit auf den schwindenden Einfluss der USA in der Region.

Foto: Wikimedia Commons / Necati Savaş, CC BY 4.0

Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan geben ihrem neuen Sicherheitsbündnis eine feste Form: Beim ersten offiziellen Treffen in Istanbul wurde der Name Mekka-Verteidigungsallianz bekanntgegeben. Verkündet wurde das von Außenminister Hakan Fidan. Geplant ist ein Sekretariat in Riad, der erste Generalsekretär soll aus Pakistan kommen.

Vieles aus dem Abkommen, das die Staats- und Regierungschefs Anfang August in Mekka unterzeichnet haben, bleibt allerdings weiter unter Verschluss. Klar ist bislang vor allem ein zentraler Punkt: Ein Angriff auf einen der drei Partner soll künftig als Angriff auf alle gelten. Damit erinnert der Pakt in einem wichtigen Punkt an die NATO, auch wenn Experten die neue Allianz nicht als vergleichbares Militärbündnis sehen.

Reaktion auf das Machtvakuum

Hinter dem Zusammenschluss steht vor allem eine gemeinsame strategische Sorge. Nach Einschätzung von Ankara und Riad sind die USA nicht mehr die prägende Ordnungsmacht im Nahen Osten. Die drei Staaten wollen verhindern, dass andere regionale Mächte dieses Vakuum füllen. Für Saudi-Arabien spielt dabei auch die Bedrohung durch iranische Raketen und Drohnen eine Rolle, während die Türkei besonders Israels Vorgehen in der Region und vor allem in Syrien als wachsendes Risiko bewertet.

Kein Ersatz für die NATO

Dass die Türkei bereits NATO-Mitglied ist, sieht Außenminister Fidan nicht als Widerspruch. Der neue Pakt sei aus seiner Sicht eine Ergänzung zu bestehenden Verpflichtungen. Auch Fachleute gehen davon aus, dass Ankara die NATO weiter als Grundpfeiler seiner Verteidigung im euro-atlantischen Raum betrachtet. Die neue Allianz soll der Türkei aber offenbar zusätzliche Handlungsspielräume in Konflikten am Golf, im Roten Meer, am Horn von Afrika und in Südasien verschaffen.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.