Politik

Kim stärkt Macht mit Moskau

18. August 2026
Kim stärkt Macht mit Moskau

Nordkorea könnte laut ukrainischen Geheimdienstangaben bis zu 50.000 weitere Soldaten nach Russland schicken. Für Machthaber Kim Jong Un zahlt sich die Nähe zu Moskau politisch und militärisch immer stärker aus.

Foto: U.S. Department of State / Wikimedia Commons, Public domain

Kim Jong Un sitzt außenpolitisch so fest im Sattel wie lange nicht mehr. Nach Angaben aus der Ukraine könnte Nordkorea schon bald bis zu 50.000 zusätzliche Soldaten nach Russland entsenden. Offiziell bestätigt ist das weder aus Moskau noch aus Pjöngjang. Dennoch passt die Meldung zu einer Entwicklung, die seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine immer deutlicher wird: Nordkorea gewinnt plötzlich wieder Gewicht auf der internationalen Bühne.

Mehr Einfluss durch den Krieg

Für Kim hat sich der Schulterschluss mit Russland offenbar gelohnt. Bereits 2024 soll Pjöngjang nach Schätzungen rund 15.000 Soldaten nach Russland geschickt haben. Die Verluste seien anfangs hoch gewesen, doch aus Sicht des Regimes überwiegen offenbar die Vorteile. Der Berliner Nordkorea-Experte Eric Ballbach spricht laut Tagesschau von einer strategisch besonders günstigen Lage für das Land.

Auch diplomatisch bewegt sich etwas. Nach Wladimir Putin reiste im Juni 2026 auch Chinas Staatschef Xi Jinping nach Pjöngjang. Der Besuch hatte klaren Symbolwert: Peking wollte zeigen, dass China weiterhin der wichtigste Partner Nordkoreas ist. Gleichzeitig kommen selbst aus den USA ungewohnt freundliche Signale. Präsident Donald Trump schrieb von „sehr guten Beziehungen“ zu Kim und stellte ein bereits laufendes Manöver mit Südkorea öffentlich infrage.

Waffen, Truppen, Technik

Wie umfangreich Nordkoreas Hilfe für Russland bereits ist, zeigt eine Untersuchung des Korea-Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung. Demnach stellte Pjöngjang im vergangenen Jahr Waffen, Munition und Truppen im Wert von 9,8 Milliarden Dollar bereit. Die in der Studie messbaren russischen Gegenleistungen lagen dagegen nur bei 1,2 Milliarden Dollar.

Gerade darin sehen Fachleute den eigentlichen Gewinn für Kim. Laut Studienautoren und Experten könnten russische Leistungen in Bereichen geflossen sein, die sich kaum offen beziffern lassen – etwa bei Waffen-, Satelliten- oder Weltraumtechnologie. Genau solche strategischen Vorteile könnten erklären, warum Nordkorea seine Unterstützung für Russland womöglich noch weiter ausbaut.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.