Politik

Investoren greifen nach Bäckern

15. August 2026
Investoren greifen nach Bäckern

In Frankfurt hat die Private-Equity-Firma FSN Capital die Bäckereikette Eifler übernommen. Der Fall zeigt, wie stark Finanzinvestoren inzwischen auch ins Handwerk drängen – mit mehr als 550 Beteiligungsgesellschaften in Deutschland.

Finanzinvestoren interessieren sich längst nicht mehr nur für Kliniken oder Arztpraxen – jetzt rückt auch das Handwerk stärker in den Fokus. Ein aktuelles Beispiel ist die Frankfurter Bäckereikette Eifler, die mit 95 Filialen zu den bekanntesten Anbietern der Region zählt. Der Familienbetrieb in vierter Generation wurde kürzlich von der norwegischen Private-Equity-Firma FSN Capital übernommen.

Warum Bäckereien plötzlich spannend sind

Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten suchen Beteiligungsfirmen gezielt nach Unternehmen, bei denen sich der Wert steigern lässt. Dabei geht es vor allem um einen günstigen Einstieg, bessere Abläufe oder neue Effizienzpotenziale. Die Produkte selbst stehen dabei oft gar nicht im Mittelpunkt – entscheidend ist, ob sich ein Betrieb wirtschaftlich weiterentwickeln und später mit Gewinn veräußern lässt.

Dass Deutschland für solche Investoren attraktiv geworden ist, zeigen auch die Zahlen des Bundesverbands Beteiligungskapital. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Beteiligungsgesellschaften hierzulande von knapp 350 auf mehr als 550 gestiegen. Besonders bei Gesellschaften, die auf Mehrheitsübernahmen spezialisiert sind, gab es laut Verband einen deutlichen Zuwachs.

Aus einzelnen Bäckern wird ein Filial-Verbund

Im Fall von FSN Capital bleibt es nicht bei einem Einzelkauf. Der Investor hatte bereits 2022 den Ludwigshafener Bäcker Görtz übernommen, 2025 folgte die Bäckerei Pappert aus Osthessen. Gemeinsam mit Eifler werden die Betriebe nun unter dem Dachnamen BrotWert gebündelt. Zusammen kommt das Netzwerk auf rund 500 Filialen.

Für die übernommenen Unternehmen bedeutet der Einstieg eines Finanzinvestors meist tiefgreifende Veränderungen. Experten vergleichen solche Phasen mit einem harten Umbauprogramm: Ziel ist Wachstum, eine schärfere Strategie und am Ende ein höherer Unternehmenswert. Dass nun sogar Bäckereiketten in dieses Raster fallen, zeigt, wie stark sich der Beteiligungsmarkt inzwischen ausgedehnt hat.

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.