Politik

Himalaya-Flut fordert Hunderte Tote

29. August 2026
Himalaya-Flut fordert Hunderte Tote

Nach einer gewaltigen Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet sind in Nepal mehr als 620 Menschen ums Leben gekommen. Über 2000 Menschen gelten weiter als vermisst, darunter auch eine hohe einstellige Zahl Deutscher.

Die Lage nach der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya bleibt dramatisch: Im besonders schwer getroffenen Nepal wurden inzwischen mehr als 620 Tote gezählt. Auslöser war am Mittwoch ein Gletscherabbruch, nach dem eine gewaltige Mischung aus Wasser, Schlamm und Geröll durch das Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China raste. Ganze Orte wurden zerstört, dazu zahlreiche Straßen, Brücken und Kraftwerke.

Besonders groß ist die Sorge um die Vermissten. Nach Angaben der Behörden werden noch immer mehr als 2000 Menschen gesucht. Darunter befinden sich laut Auswärtigem Amt in Berlin auch Deutsche: Die Rede ist von einer hohen einstelligen Zahl deutscher Staatsbürger, die aktuell vermisst werden.

Rettungseinsätze im Schlamm

Die Helfer kommen nur schwer voran. Enorme Schlammmassen und anhaltender Regen behindern die Arbeiten massiv. Nach Angaben der nepalesischen Armee ist es deshalb in mehreren betroffenen Gebieten kaum möglich, Hubschrauber sicher landen oder starten zu lassen. Trotzdem sind derzeit 14 Rettungshubschrauber im Einsatz. Bis Freitagabend konnten laut Katastrophenschutzbehörde mehr als 4400 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Nepal bittet um gezielte Hilfe

Außenminister Shisir Khanal machte deutlich, dass Nepal die üblichen Such- und Rettungseinsätze weitgehend selbst stemmen könne. Dringend gebraucht werde aber spezialisierte Unterstützung, etwa für in Tunneln eingeschlossene Menschen, bei der Wiederherstellung von Verkehrswegen sowie bei der Identifizierung und Aufbewahrung der Toten. Viele Opfer seien bis zu 100 Kilometer weit in die Ebene gespült worden, wo Krankenhäuser inzwischen an ihre Grenzen stoßen.

Auch der Wiederaufbau wird gewaltig. Finanzminister Swarnim Wagle schätzt die Kosten nach ersten Angaben auf vier bis fünf Milliarden Dollar. Nepal bat die Nachbarländer China und Indien bereits um Behelfsbrücken. Mehrere Staaten, darunter Indien, China, die USA und Großbritannien, hatten zudem Rettungsteams angeboten. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sprach Nepal und China sein Mitgefühl aus.

Quelle: DW Deutsch

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.