Politik

Gewalt stoppt Zählung in Sambia

14. August 2026
Gewalt stoppt Zählung in Sambia

Nach der Präsidenten- und Parlamentswahl in Sambia ist die Auszählung vorerst gestoppt worden. Wahlleiter Brown Kasaro nennt Angriffe auf Helfer und den Diebstahl von Stimmzetteln und Wahlurnen als Grund.

Nach der Wahl in Sambia ist die Stimmauszählung vorerst unterbrochen worden. Nach Angaben von Wahlleiter Brown Kasaro wurden Helfer gezielt angegriffen. In mehreren Fällen seien außerdem bereits ausgefüllte Stimmzettel und sogar Wahlurnen gestohlen worden. Die Wahlkommission will den Stopp innerhalb von 24 Stunden überprüfen. Bis dahin sollen landesweit keine weiteren Resultate veröffentlicht werden.

Opposition reklamiert schon den Sieg

Gewählt wurde am Donnerstag: Neben dem Präsidenten standen auch die Sitze im Parlament zur Abstimmung. Noch bevor offizielle Zahlen vorlagen, erklärte Oppositionskandidat Brian Mundubile in einer Videobotschaft seine Allianz zum Sieger. Er sprach nicht nur von einem Erfolg bei der Präsidentschaftswahl, sondern auch von einer Mehrheit im Parlament.

Präsident Hakainde Hichilema, der seit 2021 im Amt ist, mahnte dagegen zur Geduld. Sein Lager sehe zwar ermutigende Trends, sagte er, doch die Bevölkerung solle die offiziellen Ergebnisse abwarten und friedlich bleiben.

Millionen warten auf das Ergebnis

In dem Binnenstaat im südlichen Afrika waren rund 8,7 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die offiziellen Resultate der Präsidentschaftswahl werden bis Montag erwartet. Sollte keiner der insgesamt 14 Bewerber mehr als 50 Prozent erreichen, wäre eine Stichwahl nötig.

Sambia gilt seit der Unabhängigkeit 1964 eigentlich als eine der stabileren Demokratien im südlichen Afrika. Der diesjährige Wahlkampf war jedoch von Gewalt und Vorwürfen gegen die Regierung überschattet. Kurz vor der Abstimmung hatte auch die Menschenrechtskommission ihre Sorge über Festnahmen von Kandidaten, Unterstützern und Journalisten geäußert.

Foto: Wikimedia Commons / Chalo Chatu, Public domain

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