EU-Deal mit den Philippinen
Die EU und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Der Deal soll Zölle senken, den Marktzugang verbessern und Handel im Umfang von mehr als 27 Milliarden Euro stärken.
Foto: Patrick Roque / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die EU und die Philippinen haben sich im Grundsatz auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Nach Angaben der EU-Kommission steht der Deal kurz vor dem Abschluss. Jetzt folgt die juristische Feinarbeit, die formelle Unterzeichnung soll in den kommenden Monaten erfolgen.
Aus Sicht von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Handelskommissar Maros Sefcovic ist das Abkommen ein wichtiger Schritt für beide Seiten. Geplant ist, Zölle abzubauen und Unternehmen besseren Zugang zu den jeweiligen Märkten zu verschaffen. Auch Lieferketten sollen dadurch robuster werden.
Großer Markt, große Erwartungen
Für europäische Firmen gelten die Philippinen mit ihren 113 Millionen Einwohnern als attraktiver Wachstumsmarkt. Besonders stark sind die EU-Exporte bei Maschinen, Transportmitteln, Arzneimitteln und Medizintechnik. Zudem sind Erleichterungen bei Zöllen für Schweinefleisch aus der EU vorgesehen.
- Geplantes Abkommen umfasst mehr als 97 Prozent des aktuellen Handelsvolumens
- Warenhandel zuletzt bei rund 17,6 bis 18 Milliarden Euro
- Dienstleistungshandel bei etwa 10 bis 10,3 Milliarden Euro
Wirtschaft drängt auf weitere Öffnung
Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer sieht großes Potenzial. Sie fordert, dass das endgültige Abkommen vollständige Zollsenkungen in allen Industriebereichen und einen besseren Zugang zu öffentlichen Beschaffungsmärkten bringt. Die deutsche Wirtschaft hofft außerdem auf leichteren Zugang zu Rohstoffen aus dem Land.
Die Gespräche über ein Freihandelsabkommen hatten bereits 2016 begonnen, wurden aber schon ein Jahr später gestoppt. Seit März 2024 wird wieder verhandelt. Für die EU passt der Vorstoß in eine breitere Strategie: Wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und der angespannten Beziehungen zu China sucht Brüssel verstärkt nach neuen Handelspartnern. In den vergangenen Monaten gab es deshalb bereits neue oder ausgeweitete Vereinbarungen mit Mexiko, Indien und den Mercosur-Staaten.
Quelle: Tagesschau






