Politik

Dubrovnik bremst Touristen aus

06. September 2026
Dubrovnik bremst Touristen aus

Die kroatische Stadt Dubrovnik kämpft gegen Overtourism. Bürgermeister Mato Franković setzt seit 2017 auf strengere Regeln, weniger Bauprojekte und mehr Grünflächen - trotz massiver Drohungen.

Foto: Zysko serhii / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Dubrovnik gehört zu den gefragtesten Reisezielen Europas - doch genau das wird für die kroatische Küstenstadt zunehmend zum Problem. Spätestens seit dem weltweiten Erfolg von "Game of Thrones" hat sich der Besucherandrang noch einmal verstärkt. Für viele Einheimische ist die Belastung längst im Alltag angekommen.

Wie stark sich die Stadt verändert hat, erlebt die 75-jährige Tea Batinić direkt vor der eigenen Haustür. Sie lebt seit ihrer Geburt in der Altstadt und beobachtet seit Jahren, wie Wohnungen nach und nach in Ferienunterkünfte umgewandelt werden. In ihrem Haus hängen inzwischen Schlüsseltresore für Gäste. Ein Erlebnis ist ihr besonders im Kopf geblieben: Als sie nach Hause kam, fragten Urlauber sie im Flur, was sie dort mache - obwohl sie dort seit Jahrzehnten wohnt.

Bürgermeister setzt auf harte Linie

Mato Franković verfolgt seit 2017 einen Kurs, der den Tourismus in Dubrovnik stärker begrenzen soll. Das sorgt nicht nur für Widerstand, sondern laut seinen Angaben auch für Drohungen - so weit, dass ein Treffen mit Journalisten nicht in der Stadt, sondern im Rathaus unter Polizeischutz stattfand. Franković vermutet hinter den Einschüchterungsversuchen Interessengruppen aus dem Immobiliengeschäft mit Verbindungen nach Montenegro.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören vor allem Eingriffe in die Stadtentwicklung:

Weniger Bau, mehr Lebensraum

Der Bürgermeister macht deutlich, dass Dubrovnik aus seiner Sicht keine zusätzlichen Ferienwohnungen und keine neuen Touristenunterkünfte mehr braucht. Während ihm dieser Kurs vor Ort Ärger einbringt, wird er auf europäischer Ebene gelobt: Die EU hat Dubrovnik als "European Green Pioneer of smart Tourism 2026" ausgezeichnet. Die Stadt versucht damit, den Spagat zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Tourismus und dem Schutz des eigenen Lebensraums zu schaffen.

Quelle: Tagesschau

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