Politik

Drohnen setzen Russlands Hafen zu

25. August 2026
Drohnen setzen Russlands Hafen zu

Ukrainische Angriffe auf den Schwarzmeerhafen Noworossijsk stören russische Getreide- und Ölexporte massiv. Laut Berichten stehen mehrere Terminals still, während Moskaus Logistik unter Druck gerät.

Die Ukraine erhöht den Druck auf Russland am Schwarzen Meer: verstärkte Drohnenangriffe auf Noworossijsk, den größten russischen Handelshafen der Region, haben zuletzt wichtige Lieferketten getroffen. Betroffen sind vor allem Ausfuhren von Getreide, aber auch der Öltransport wurde laut Berichten zeitweise unterbrochen. Experten gehen davon aus, dass anhaltende Attacken für Exporteure und den russischen Staatshaushalt spürbare Folgen haben könnten.

Warum Noworossijsk so wichtig ist

Der Hafen gilt gemessen am Umschlag als größter russischer Hafen und zählt auch in Europa zu den bedeutenden Standorten. Seit dem 19. Jahrhundert ist Noworossijsk ein zentrales Tor für den russischen Außenhandel. Heute läuft dort bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte zusammen. Zusätzlich werden Erdöl, Metalle und Containerfracht über den Hafen verschifft.

Besonders hart trafen die jüngsten Angriffe die Agrarlogistik. Nach Angaben von Andrej Sisow von der Beratungsagentur SovEcon stellten am 12. August das Getreideterminal und das Brotwarenkombinat Noworossijsk ihren Betrieb ein. Einen Tag später folgte das KSK-Terminal, das größte Tiefwasser-Terminal für Getreide. Schon Ende Juli war außerdem das Terminal in Taman ausgefallen.

Getreide unter Druck, Öl nicht unberührt

Damit gerät der Exportkorridor am Asow-Schwarzmeer-Becken massiv ins Stocken. Sisow zufolge sind damit praktisch fast alle russischen Getreideausfuhren über diese Route blockiert. Noch in Betrieb ist demnach nur Tuapse, das kleinste der Tiefwasser-Terminals.

Beim Öl ist die Lage etwas weniger dramatisch, aber ebenfalls angespannt. Reuters zufolge musste das Terminal Schescharis, Russlands größter Umschlagplatz für Erdöl und Ölprodukte am Schwarzen Meer mit einer Kapazität von rund 700.000 Barrel pro Tag, den Betrieb vorübergehend einstellen. Klar ist: Die russische Dominanz im Schwarzen Meer ist nicht mehr unangefochten – und jeder neue Angriff erschwert den Export über diese Route weiter.

Quelle: DW Deutsch

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