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Djokovic zeigt seine Wunden

20. August 2026
Djokovic zeigt seine Wunden

Novak Djokovic spricht in einer neuen Amazon-Prime-Doku offen über Kriegserinnerungen, Schuldgefühle und Selbstzweifel. Der Rekordchampion mit 24 Grand-Slam-Titeln beschreibt sich trotz aller Erfolge als Getriebenen.

Foto: tagblatt

Novak Djokovic hat im Tennis so gut wie alles gewonnen. 24 Grand-Slam-Titel, Olympiagold und 428 Wochen an der Spitze der Weltrangliste machen ihn zum erfolgreichsten Spieler der Geschichte. In der neuen Amazon-Prime-Dokumentation „The Wolf in Winter“ zeigt sich der Serbe nun aber nicht als unantastbarer Champion, sondern als Mensch mit tiefen Zweifeln.

Krieg, Trennung, Druck

Die Doku blickt zurück auf eine Kindheit, die früh von Angst geprägt war. Djokovic erinnert sich an die Nato-Angriffe 1999, während derer er als Kind in Bunkern Schutz suchte. Auch die wirtschaftliche Not seiner Familie und sein früher Abschied von zu Hause spielen eine wichtige Rolle: Mit zwölf Jahren ging er nach München. Für seine Mutter war das laut Film ein traumatischer Moment, für ihn selbst der Beginn eines Lebens mit viel Verantwortung und wenig Raum für eigene Gefühle.

Genau daraus scheint sich jener innere Druck zu speisen, der ihn bis heute antreibt. Djokovic sagt in der Dokumentation, dass er seine Erfolge oft nicht geniessen könne. Statt Zufriedenheit sei da der ständige Wunsch, noch besser zu werden. Seine Frau Jelena beschreibt, wie Niederlagen ihn hart treffen: Dann ziehe er sich zurück, zweifle an sich selbst und wolle allein sein.

Der grösste Gegner bleibt er selbst

Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Anders als viele Sportdokus erscheint diese nicht nach dem Karriereende, sondern mitten in einer verletzlichen Phase. Mit 39 Jahren spürt Djokovic zunehmend die Grenzen seines Körpers. Zuletzt musste er in Cincinnati bei grosser Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sogar erbrechen. Die Serie erzählt deshalb nicht nur vom Aufstieg eines Ausnahmeathleten, sondern auch vom möglichen Beginn des Abschieds.

Die vielleicht stärkste Aussage der Doku: Selbst ein Sportler mit einer beispiellosen Karriere ist nicht automatisch im Reinen mit sich. Bei Djokovic wirkt der Titel deshalb fast programmatisch: Der härteste Gegner stand für ihn offenbar nie auf der anderen Seite des Netzes.

Quelle: tagblatt

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