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San warnt vor Schiri-Druck

01. September 2026
San warnt vor Schiri-Druck

In der Schweiz sind seit dieser Saison acht Schiedsrichter der Super League Vollprofis. Einer von ihnen ist Fedayi San, der vor wachsendem Druck, Fehlern und dem schnellen Karriere-Aus warnt.

Foto: Wikimedia Commons / Supporterhéninois, CC0

Im Schweizer Fussball hat sich für die Unparteiischen Grundlegendes verändert: Seit dieser Saison arbeiten acht Schiedsrichter der Super League als Vollprofis. Für Fedayi San ist das ein grosser Schritt. Statt Beruf, Familie und Spitzenfussball gleichzeitig zu organisieren, kann er sich nun komplett auf Einsätze auf dem Platz konzentrieren.

San sieht in der Professionalisierung vor allem einen Vorteil bei der Vorbereitung. Spiele lassen sich intensiver auswerten, Trainings gezielter planen. Gleichzeitig dämpft er die Erwartungen: Auch mit Profistatus werde es keine komplett fehlerfreie Saison geben. Der Anspruch sei zwar klar, doch Fehlentscheide liessen sich nur reduzieren, nicht vollständig ausschliessen.

Neuer Alltag unter Dauerbeobachtung

Warum der Schritt nötig wurde, erklärt San mit der Entwicklung des Spiels. Fussball sei athletischer und schneller geworden, Schiedsrichter müssten körperlich mithalten. Dazu komme der wachsende Druck durch soziale Medien, weil strittige Szenen sofort geteilt und kommentiert werden. Umso wichtiger sei es, den Fokus vollständig auf den Sport legen zu können.

Der Wochenplan der Profi-Referees ist inzwischen klar strukturiert:

Gerade dieser Austausch habe stark zugenommen. Laut San sprechen die Schiedsrichter heute viel enger miteinander als früher. Das sorge auch für mehr Einheitlichkeit bei Entscheidungen und mache es für Spieler schwieriger, unterschiedliche Auslegungen gegeneinander auszuspielen.

130'000 Franken – aber ohne Netz

Nach Angaben des Schweizer Fussballverbands verdient ein Profi-Schiedsrichter rund 130'000 Franken pro Jahr. Doch mit dem neuen Status wächst auch das Risiko. San sagt offen, wie fragil eine Laufbahn sein kann: Wer sich über Jahre hocharbeitet, könne seine Karriere durch einen groben Fehler, eine falsche Reaktion oder eine schwere Verletzung sehr schnell verlieren.

Besonders belastend seien für ihn körperliche Übergriffe auf dem Platz. San berichtet von einem Vorfall, bei dem ihn ein Spieler schubste und ihm die Rote Karte aus der Hand schlug. Zwar blieb er ruhig und brachte die Partie zu Ende, doch verarbeitet war die Szene damit nicht sofort. Trotz allem bleibt für ihn der Hauptgrund, Schiedsrichter zu werden, die Liebe zum Fussball.

Quelle: SRF

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