Politik

Biennale-Chef bleibt stur

01. September 2026
Biennale-Chef bleibt stur

Der Präsident der Biennale von Venedig, Pietrangelo Buttafuoco, verteidigt die Öffnung des russischen Pavillons erneut. Kritik aus Italien und von der EU weist er zurück und spricht von einem Sieg der Kunst.

Pietrangelo Buttafuoco, Präsident der Biennale von Venedig, hält an seiner umstrittenen Entscheidung zur Öffnung des russischen Pavillons fest. In einem Interview mit dem „Corriere della Sera“ machte er klar: Er würde den Schritt erneut setzen. Nach seiner Darstellung seien bei den offiziellen Entscheidungen der Biennale weder Gesetze noch geltende Regeln verletzt worden.

Die Debatte um den Pavillon läuft seit Monaten. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli hatte bereits im Mai erklärt, bei der Biennale habe damit Russlands Präsident Wladimir Putin gewonnen. Buttafuoco sieht das völlig anders: Aus seiner Sicht war nicht die Politik der Sieger, sondern die Kunst. Die Biennale verstehe er als internationale Institution, die in ihrer inzwischen 131-jährigen Geschichte auch in Zeiten zahlreicher Konflikte Teilnehmer aus vielen Ländern aufgenommen habe.

Kritik aus Brüssel zurückgewiesen

Auch den Einwand der Europäischen Kommission ließ Buttafuoco nicht gelten. Brüssel hatte sich auf den europäischen Ethikkodex sowie auf Prinzipien wie Demokratie und Meinungsfreiheit berufen. Der Biennale-Chef drehte das Argument um und erklärte, die EU könne die Meinungsfreiheit nicht wegen der Nationalität eines Staates einschränken.

Debatte auch über seine Rolle

Buttafuoco bestritt zugleich, politisch an die italienische Rechte gebunden zu sein. Er habe eine eigene Identität, aber keine Zugehörigkeit, sagte er sinngemäß. Innerhalb der Biennale diene er der Institution und nicht seinen persönlichen Ansichten. Der Kulturfunktionär war im März 2024 von der italienischen Regierung an die Spitze der Biennale berufen worden. Zuvor war er Funktionär der neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano.

Quelle: ORF

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