Politik

AfD greift Kulturförderung an

18. August 2026
AfD greift Kulturförderung an

In Sachsen-Anhalt sorgt das kulturpolitische Programm der AfD für Alarm. Die Partei will staatliche Mittel an ein Bekenntnis zu Deutschland koppeln und keine Förderung mehr für aus ihrer Sicht „antideutsche“ Kunst vergeben.

Foto: Axel Tschentscher / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

In Sachsen-Anhalt wächst die Sorge in Museen, Theatern und Kulturhäusern vor der Landtagswahl am 6. September. Hintergrund ist das kulturpolitische Programm der AfD, die dort vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft wird. Laut Umfragen könnte die Partei bei der Wahl sogar die absolute Mehrheit erreichen.

Besonders umstritten ist ein Antrag aus dem Juni: Künstler und Kultureinrichtungen sollten demnach nur dann staatliche Fördermittel bekommen, wenn sie schriftlich zusichern, Deutschland und seine Kultur nicht verächtlich zu machen. Für viele Häuser wäre das ein heikler Hebel, denn ein großer Teil ihrer Arbeit hängt von öffentlicher Unterstützung ab. Im Landtag scheiterte der Vorstoß allerdings an den Stimmen aller anderen Fraktionen.

AfD spricht von „antideutscher Kunst“

Der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt, Hans-Thomas Tillschneider, hatte im Parlament erklärt, man wolle kein Steuergeld mehr für „antideutsche Kunst“ ausgeben. Auf Nachfrage präzisierte er den Begriff mit einer Formulierung, nach der es um deutsche Kunst gehe, die nicht deutsch sein wolle. Als Beispiel nannte er eine von ihm gesehene Inszenierung von Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“, die er als feministisch umgedeutet beschrieb.

Bauhaus erneut im Fokus

Auch das Bauhaus steht im Visier der Partei. Die 1919 gegründete Architektur-, Kunst- und Designschule war einst von den Nationalsozialisten geschlossen worden, die ihre Ideen als undeutsch ablehnten. Heute bezeichnet die AfD Sachsen-Anhalt das Bauhaus als „Irrweg der Moderne“ und als zu globalistisch für ihre angestrebte patriotische Kulturpolitik.

Barbara Steiner, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, sieht in der Wortwahl der AfD deutliche historische Parallelen. Im Gespräch mit der DW sagte sie, die verwendete Terminologie erinnere stark an die Vergangenheit. Gerade deshalb warnen viele Kultureinrichtungen im Land davor, dass unter einer AfD-Regierung die künstlerische Freiheit unter Druck geraten könnte.

Quelle: DW Deutsch

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