Politik

80 Tote nach Fährunglück

16. August 2026
80 Tote nach Fährunglück

Nach dem Fährunglück auf dem Lake Kariba in Simbabwe ist die Zahl der geborgenen Opfer auf 80 gestiegen. Kritik richtet sich gegen Behörden und Betreiber, weil das Boot offenbar überladen und trotz Wetterwarnungen ausgelaufen war.

Nach dem schweren Fährunglück in Simbabwe ist die Zahl der Todesopfer auf 80 gestiegen. Nach Angaben der Polizei wurden in den vergangenen Tagen immer weitere Leichen unter dem gekenterten Boot und im Wasser rund um die Unglücksstelle entdeckt. Unter den Toten sollen sich mindestens 18 Kinder befinden.

Wie viele Menschen tatsächlich an Bord waren, ist weiter unklar. Zugelassen war die Fähre laut offiziellen Angaben für 90 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. Inzwischen sprechen die Behörden aber von mehr als 110 erwachsenen Fahrgästen. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Kindern, die teils ohne Ticket mitfahren und deshalb nicht in den Listen auftauchen.

Kritik an Sicherheitsmängeln

Der Katastrophenschutz der Provinz beschreibt das Schiff als stark überladen und technisch in schlechtem Zustand. Überlebende berichten außerdem, Passagiere hätten den Kapitän wegen hoher Wellen und starken Windes gebeten, die Fahrt abzubrechen oder umzukehren. Trotzdem fuhr die Fähre weiter und geriet im östlichen Teil des Lake Kariba in Not, bevor sie kenterte.

Örtliche Medien melden zudem, dass es am Tag des Unglücks Sicherheitswarnungen für Boote auf dem Stausee gegeben habe. Damit wächst der Druck auf Staat und Betreiber, die Verantwortung für das Unglück aufzuklären.

Präsident kündigt Reformen an

Präsident Emmerson Mnangagwa hat das Unglück als nationale Tragödie bezeichnet und offiziell zum Katastrophenfall erklärt. In einer Mitteilung räumte er ernste Schwächen bei den maritimen Sicherheitsstrukturen des Landes ein. Angekündigt wurden eine Überarbeitung der Standards, eine Modernisierung der Flotte und Ersatz für die verunglückte Fähre.

Menschenrechtsorganisationen verlangen darüber hinaus eine unabhängige Untersuchung und klare Rechenschaftspflichten. Auch die Behörden haben bereits Ermittlungen angekündigt. Sie sollen klären, warum das Boot trotz Warnungen ablegte und wer für die Katastrophe verantwortlich ist.

Foto: Wikimedia Commons / kremlin.ru, CC BY 4.0

Quelle: Tagesschau

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