Politik

37 Tote nach Attacke bei Kiew

30. August 2026
37 Tote nach Attacke bei Kiew

Nach einem russischen Angriff nahe Kiew mit 37 Toten räumt die Ukraine mögliche eigene Fehler ein. Präsident Selenskyj spricht von Fahrlässigkeit, weil offenbar Munition zu nah an Wohnhäusern gelagert wurde.

Nach dem schweren russischen Angriff auf den Ort Myla im Bezirk Butscha wächst in der Ukraine nicht nur die Trauer, sondern auch die Kritik an den eigenen Abläufen. 37 Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, getroffen worden sei ein Lagerhaus, in dem Munition aufbewahrt wurde - und das offenbar viel zu nah an Wohnhäusern lag.

Selenskyj sprach von einer erschütternden Lage und machte deutlich, dass es klare Regeln für die Lagerung von Munition gebe. Diese dürfe nicht in der Nähe von Menschen oder Wohngebieten untergebracht werden. Wegen möglicher Verstöße laufen inzwischen strafrechtliche Ermittlungen. Beschädigt wurden laut dem Präsidenten unter anderem ein Pflegeheim und mehrere Wohngebäude.

Pflegeheim besonders schwer getroffen

Wie der Chef der Militärverwaltung der Region Kiew, Tymur Tkatschenko, mitteilte, wurden mindestens 50 Wohnhäuser beschädigt. Außerdem habe der Angriff einen Großbrand ausgelöst, der auf Häuser und ein Restaurant übergriff. Ukrainische Medien berichteten unter Berufung auf Tkatschenko, dass 34 der Todesopfer Bewohner eines Pflegeheims gewesen seien.

Regierung spricht von schwerem Versagen

Auch Ministerpräsident Serhij Koretskyj übte scharfe Kritik. Er erinnerte an einen Angriff Anfang Juli auf den Kiewer Vorort Wyschnewe, bei dem ebenfalls ein Munitionslager getroffen worden war. Damals starben 22 Menschen, nachdem Explosionen und Brände auf Wohnhäuser übergegriffen hatten. Dass es nun erneut zu einem solchen Fall komme, nannte Koretskyj kriminelle Fahrlässigkeit.

Russland teilte derweil mit, in Myla ein Lager mit Komponenten und Startvorrichtungen für Langstreckendrohnen getroffen zu haben. Am selben Tag setzte Moskau seine Angriffe auf weitere Teile der Ukraine fort. In Kiew wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein zweijähriges Mädchen getötet, acht weitere Menschen wurden verletzt. Aus der Region Cherson meldeten die Behörden zudem zwei Tote und 27 Verletzte.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Wong bekennt sich schuldig
Politik02. September 2026

Wong bekennt sich schuldig

Der inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in Hongkong in einem weiteren Verfahren schuldig bekannt. Dem 29-Jährigen wird Verschwörung mit ausländischen Kräften vorgeworfen, es drohen weitere Jahre Haft.

Alarm um Tunesiens NGOs
Politik02. September 2026

Alarm um Tunesiens NGOs

Menschenrechtler werfen Präsident Kais Saied vor, in Tunesien immer härter gegen die Zivilgesellschaft vorzugehen. Laut Aktivisten und Human Rights Watch werden Organisationen eingeschüchtert, suspendiert und strafrechtlich unter Druck gesetzt.

Berlin schlägt gegen Moskau zurück
Politik02. September 2026

Berlin schlägt gegen Moskau zurück

Nach einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Berlin reagiert mit der Schließung des letzten russischen Generalkonsulats in Deutschland und weiteren Maßnahmen.

Neue Angriffe im Nahen Osten
Politik02. September 2026

Neue Angriffe im Nahen Osten

Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran nahe der Straße von Hormus angegriffen. Iran meldet zivile Opfer und reagierte laut Jordanien mit 13 ballistischen Raketen auf den jordanischen Luftraum.

Flut-Horror in Nepal
Politik01. September 2026

Flut-Horror in Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen im Himalaya sind allein in Nepal mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten in Nepal und China weiter als vermisst, während Helfer vor wachsenden Gesundheitsgefahren warnen.

Berlin zeigt Moskau an
Politik01. September 2026

Berlin zeigt Moskau an

Die deutsche Regierung macht Russland für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich. Nach neuen Ermittlungen kündigte Berlin Sanktionen, schärfere Einreisekontrollen und die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an.