Musik & Film

Serie zeigt Behörden-Panne

19. September 2026
Serie zeigt Behörden-Panne

Die Miniserie „Breitscheidplatz 19/12“ feierte beim Toronto Filmfestival Premiere. Sie erzählt die Vorgeschichte des Berliner Anschlags von 2016 und rückt das Versagen der Behörden im Fall Anis Amri in den Mittelpunkt.

Foto: Wikimedia Commons / Andreas Trojak from Deutschland, CC BY 2.0

Beim Toronto International Film Festival hat die Miniserie „Breitscheidplatz 19/12“, international unter dem Titel „Blindspot Berlin“, ihre Weltpremiere gefeiert. Im Zentrum steht nicht nur der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016, sondern vor allem die Frage, warum er trotz monatelanger Ermittlungen nicht verhindert wurde.

Der Fall gehört zu den schwersten dschihadistischen Taten in Deutschland: Anis Amri, ein tunesischer Asylbewerber mit abgelehnten Anträgen und bereits bekannten Kontakten zu den Sicherheitsbehörden, raste mit einem entführten Lastwagen über den Breitscheidplatz. Dabei starben zwölf Menschen, darunter auch der polnische Fahrer Lukasz Urban, den Amri zuvor erschossen hatte. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt; ein weiteres Opfer starb 2021 an den Spätfolgen.

Blick ins salafistische Milieu

Die Handlung setzt ein Jahr vor dem Anschlag an. Verfolgt werden ein Ermittler, eine Arabisch-Übersetzerin und ein verdeckter Informant, die versuchen, in das Umfeld des Predigers Abu Walaa vorzudringen. Dort stoßen sie auch auf Amri, dessen Gefährlichkeit in der Serie immer deutlicher wird. Trotzdem wird die Bedrohung von Vorgesetzten wiederholt unterschätzt.

Nahe an den Fakten

Die Macher betonen, dass sich die Serie eng an den bekannten Verlauf des Falls hält. Besonders im Fokus stehen institutionelle Fehler und Fehleinschätzungen. Ein zentrales Beispiel: Amri wurde offenbar auch deshalb nicht als möglicher Terrorist eingestuft, weil er zugleich als Drogendealer galt – etwas, das die Behörden damals nicht mit islamistischem Extremismus zusammenbrachten.

Nach dem Anschlag floh Amri quer durch Europa und wurde vier Tage später bei einer Ausweiskontrolle nahe Mailand von der italienischen Polizei erschossen. „Breitscheidplatz 19/12“ macht aus diesem bekannten Fall keinen klassischen Thriller, sondern ein Drama über blinde Flecken im Sicherheitsapparat – und über Warnzeichen, die offenbar zu lange übersehen wurden.

Quelle: DW Deutsch

Mehr aus Musik & Film

Vanessa Mai kritisiert teure Meet-and-Greet-Tickets
Musik & Film07. Oktober 2026

Vanessa Mai kritisiert teure Meet-and-Greet-Tickets

Sängerin Vanessa Mai hat in ihrem Podcast „Schön laut“ die hohen Preise für Konzert- und Meet-and-Greet-Tickets in der Branche kritisiert.

Pietro Lombardi sitzt jetzt im Masked-Singer-Rateteam
Musik & Film07. Oktober 2026

Pietro Lombardi sitzt jetzt im Masked-Singer-Rateteam

Pietro Lombardi rätselt am 7. Oktober bei „The Masked Singer“ mit, nachdem er zuletzt als „Rave-Ioli“ selbst unter der Maske Platz zwei holte.

Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben
Musik & Film07. Oktober 2026

Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben

Die Oscar-Preisträgerin Eva Marie Saint ist am 6. Oktober 2026 im Alter von 102 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles gestorben.

Koblenz zeigt ABBA-Musical „Kristina“ erstmals
Musik & Film07. Oktober 2026

Koblenz zeigt ABBA-Musical „Kristina“ erstmals

Das Theater Koblenz bringt „Kristina från Duvemåla“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus ab dem 31. Oktober 2026 erstmals komplett inszeniert nach Deutschland.

Robbie Williams führt Lollapalooza Berlin 2027 an
Musik & Film07. Oktober 2026

Robbie Williams führt Lollapalooza Berlin 2027 an

Robbie Williams ist der erste große Act für das Lollapalooza Berlin 2027 am 17. und 18. Juli im Olympiapark. Auch The Neighbourhood und sombr sind dabei.

Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery
Musik & Film07. Oktober 2026

Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery

Paramount Skydance hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery am 6. Oktober 2026 abgeschlossen. Der Deal ist rund 110 Milliarden US-Dollar schwer.