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Schach boomt wie nie zuvor

24. August 2026
Schach boomt wie nie zuvor

Schachvereine im Kreis Tuttlingen melden Rekordzulauf. Bei der SG Donautal Tuttlingen kamen 2025 allein 22 neue Mitglieder dazu, bundesweit treiben Online-Plattformen und „Das Damengambit“ den Boom an.

Foto: schwaebische

Schach legt im Kreis Tuttlingen kräftig zu – und das alte Klischee vom stillen Hobby für ältere Herren passt immer weniger. Besonders deutlich zeigt sich das bei der SG Donautal Tuttlingen: Dort kamen 2025 insgesamt 22 neue Mitglieder dazu, die Gesamtzahl stieg auf 85. Für den Verein ist das der höchste Zuwachs seiner Geschichte, im Verband sogar einer der besten Werte.

Mitten in diesem Aufschwung steht Kurt Sulzbacher, 27 Jahre alt, Spiel- und Jugendleiter der Schachgemeinschaft. Seine eigene Laufbahn begann einst in einer Schach-AG am Otto-Hahn-Gymnasium in Tuttlingen. Heute arbeitet er dort als Lehrer für Mathematik und Physik. Besonders auffällig: Von den 85 Vereinsmitgliedern sind 27 Jugendliche. Der Nachwuchs spielt also eine zentrale Rolle beim aktuellen Höhenflug.

Serie und Internet geben den Takt vor

Der Trend ist längst nicht auf Tuttlingen beschränkt. Auch der Deutsche Schachbund meldet Rekordzahlen. Als wichtiger Auslöser gilt die Netflix-Serie „Das Damengambit“, die 2020 weltweit viele Menschen für das Spiel begeisterte. Danach verstärkte die Corona-Zeit den Effekt zusätzlich: Wer im Lockdown nach einer sinnvollen Beschäftigung suchte, landete oft bei Online-Angeboten wie Chess.com oder Lichess.

Auch andere Vereine der Region profitieren davon. Beim Schachring Spaichingen berichtet Christoph Kemmler von mehr als 20 Prozent Mitgliederplus in den vergangenen drei Jahren. Und in Trossingen, wo der Schachverein im Juli sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, sieht man in dem Boom ebenfalls eine klare Trendwende.

Frauenanteil steigt – aber langsam

Ein weiteres Signal für den Wandel: Bundesweit ist auch der Anteil weiblicher Spielerinnen auf einem Höchststand, auch wenn er noch immer unter zehn Prozent liegt. In Tuttlingen bleiben Mädchen und Frauen ebenfalls in der Minderheit. Ganz verschwunden sind sie aber nicht – im Verein gibt es laut Sulzbacher regelmäßig einige Spielerinnen. Der Schachboom ist also da, nur bei der Verteilung auf die Geschlechter gibt es noch Luft nach oben.

Quelle: schwaebische

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