Musik & Film

Lina Beckmann elektrisiert

30. September 2026
Lina Beckmann elektrisiert

Lina Beckmann gehört seit Jahren zum Hamburger Schauspielhaus und zählt laut Porträt zu den stärksten Theaterkräften des Landes. Auch im Rostocker „Polizeiruf“ und im Kinofilm mit Charly Hübner ist sie präsent.

Foto: Immanuel Giel / Wikimedia Commons, CC0

Wenn Lina Beckmann auf der Bühne steht, kann ein ganzer Saal den Atem anhalten. Besonders deutlich wird das derzeit im Hamburger Schauspielhaus, wo sie als Medea mit Wucht, Schmerz und Zorn eine Figur zeigt, die alles andere als fern und mythisch wirkt. Beckmann nähert sich der Rolle dabei nicht über große Gesten allein, sondern über einen körperlichen Ausdruck, der das Unsagbare greifbar macht.

Seit Jahren prägend in Hamburg

Die Schauspielerin arbeitet seit fast 20 Jahren mit Regisseurin Karin Beier zusammen. Bereits in Köln gehörte Beckmann zu deren Ensemble, später folgte sie ihr 2013 nach Hamburg. Dort wurde sie in mehreren Inszenierungen zu einer der prägenden Kräfte des Hauses. Für ihr Solo in „Laios“ aus dem ersten Antiken-Marathon „Anthropolis“ erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Auch beim zweiten Marathon, der im September Premiere hatte, steht sie erneut im Zentrum.

Beckmann stammt aus dem Ruhrgebiet und wuchs mit vier Geschwistern auf. Ein Teil der Familie gründete 2009 das freie Ensemble „Spielkinder“. Dass das Theater für sie nicht nur Beruf, sondern auch Herkunft ist, zeigt sich bis heute. Zur Uraufführung von „Fremde Sonne“ in Hamburg reisten ihre Geschwister eigens an.

Auch vor der Kamera längst bekannt

Neben der Bühne ist Beckmann inzwischen verstärkt in Film und Fernsehen zu sehen. Einem breiten Publikum wurde sie vor allem durch den Rostocker „Polizeiruf“ bekannt: Seit ihrem ersten Auftritt im April 2022 spielt sie dort Kommissarin Melly Böwe. Besonders aufmerksam verfolgt wurde das auch deshalb, weil sie dort an der Seite ihres Mannes Charly Hübner zu sehen war, auf dessen Figur sie später folgte.

Auch in Lars Jessens Film „Spaziergang nach Syrakus“ steht das Ehepaar gemeinsam vor der Kamera. Dort spielt Hübner einen DDR-Bürger, der von Hiddensee aus übers Meer flieht, während Beckmann seine Frau verkörpert. Ob Theater, Fernsehen oder Kino: Lina Beckmann bleibt eine Schauspielerin, die mit ihrer Intensität auffällt – und genau deshalb im Gedächtnis bleibt.

Quelle: Tagesschau

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