Sport

Infantinos Gaza-Plan verpufft

31. August 2026
Infantinos Gaza-Plan verpufft

Fifa-Präsident Gianni Infantino versprach für Gaza Dutzende Fußballfelder und ein Stadion. Sechs Monate später ist davon nichts umgesetzt, während die Schweiz ein kleineres Fifa-Projekt im Westjordanland mitfinanziert.

Foto: luzernerzeitung

Die grossen Ankündigungen von Gianni Infantino für den Gazastreifen stehen nach sechs Monaten ohne sichtbare Resultate da. Der Fifa-Präsident hatte im Februar in Washington vor dem von US-Präsident Donald Trump eingesetzten «Board of Peace» eine Partnerschaft für den Wiederaufbau angekündigt. In einem KI-Video stellte der Weltverband unter anderem 50 Kleinfussballfelder, fünf grosse Plätze, eine Fifa-Akademie und ein Nationalstadion mit bis zu 25'000 Plätzen in Aussicht.

Viel versprochen, nichts gebaut

Laut der von Infantino unterzeichneten Absichtserklärung sollten die 50 Kleinfelder innerhalb von drei bis sechs Monaten entstehen, dazu sollten Bälle an Schulen verteilt werden. Diese Frist ist inzwischen verstrichen. Umgesetzt wurde laut Berichten bisher nichts. Brisant ist auch: Der Palästinensische Fussballverband, zuständig für Westjordanland und Gazastreifen, erklärte, er sei über die Pläne nicht offiziell informiert und in keiner Weise einbezogen worden.

Die Fifa verweist zwar auf ein Communiqué, wonach alles von der Lage vor Ort abhänge. In der ursprünglichen Absichtserklärung tauchte dieser Vorbehalt jedoch nicht auf. Gerade deshalb rückt nun auch die Rolle der Schweiz stärker in den Fokus.

Bund unterstützt Fifa-Projekt

Der Bundesrat hatte am 26. November 2025 beschlossen, den von den USA vorgelegten Gaza-Friedensplan mit 23 Millionen Franken an humanitärer Hilfe zu unterstützen. Ein kleiner Teil davon fliesst in ein Fussballprojekt der Fifa. In einer ersten Phase beteiligt sich die Schweiz mit 120'000 Franken am Bau von zwei Fussballfeldern im Westjordanland.

Während erste Spielfelder im Westjordanland bald bereit sein sollen, bleibt von den vollmundigen Gaza-Versprechen des Fifa-Chefs bislang nichts übrig. Für Infantino ist das ein Imageproblem – und für die Schweiz ein unangenehmer Begleiteffekt ihrer Unterstützung.

Quelle: luzernerzeitung

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