Infantino verliert die Schweiz
Der Schweizerische Fussballverband zieht seine Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino zurück. Vor der Wahl am 18. März 2027 in Rabat wächst damit der Druck auf den umstrittenen Chef auch im eigenen Heimatland.
Jetzt kommt der Gegenwind sogar aus dem eigenen Land: Der Schweizerische Fussballverband hat seine Unterstützung für eine weitere Amtszeit von Gianni Infantino beendet. Die Entscheidung wurde am Mittwoch um 17 Uhr bekanntgegeben und mit einer "umfassenden Neubeurteilung der Entwicklungen der vergangenen Monate" begründet.
Für Infantino ist das ein schwerer Rückschlag. Zwar gehört der SFV nicht zu den mächtigsten Verbänden im Weltfussball, doch das Signal ist deutlich: Wenn selbst die Heimat des FIFA-Präsidenten nicht mehr hinter ihm steht, dürfte das international Folgen haben. Gleichzeitig kommt der Schritt spät. In Europa hatten sich bereits mehrere Verbände von Infantino distanziert.
Warum der Druck so stark wächst
Im Zentrum der Kritik stehen laut Quelle vor allem zwei Vorgänge aus diesem WM-Sommer. Besonders brisant war die Rücknahme einer Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun vor dem Achtelfinal USA gegen Belgien – nach einem Telefonat zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump. Kurz nach der WM wurden zudem Pläne publik, wonach ein Teil künftiger WM-Rechte an ein privates Konsortium verkauft werden sollte.
- Rote Karte gegen Balogun wurde vor dem Achtelfinal USA–Belgien gestrichen
- Nach der WM wurden Verkaufspläne für künftige WM-Rechte bekannt
- Bereits Anfang August erklärte die UEFA den Bruch mit Infantino
Blick auf die Wahl 2027
Dass Infantino am 18. März 2027 bei der Wahl im marokkanischen Rabat tatsächlich abgelöst wird, ist dennoch offen. Bis zum 18. November bleibt den Gegnern Zeit, sich auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu einigen. Nach Wales entzogen auch England, Deutschland, Frankreich und Italien dem FIFA-Präsidenten das Vertrauen. Mit dem Schweizer Kurswechsel wächst der Druck nun weiter.
Quelle: bote_ch






