Sport

Honnolds Matterhorn-Ritt im Nebel

25. August 2026
Honnolds Matterhorn-Ritt im Nebel

US-Kletterstar Alex Honnold hat das Matterhorn bei Regen, Wind und dichtem Nebel bestiegen – ohne Handschuhe und in Wanderschuhen. Der Zermatter Rettungschef Anjan Truffer warnt vor der Signalwirkung solcher Bilder.

Foto: Wikimedia Commons / Christopher Michel, CC BY-SA 4.0

Alex Honnold hat einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt: Der US-Profikletterer bestieg das Matterhorn bei schwierigen Bedingungen – mit Regen, Wind und dichtem Nebel. Besonders auffällig: Honnold war dabei ohne Handschuhe unterwegs und trug Wanderschuhe. Online schrieb er selbst, dass die Seile stellenweise vereist gewesen seien und Handschuhe in diesem Moment durchaus hilfreich gewesen wären.

Kritik aus Zermatt

Für Diskussionen sorgt vor allem die Wirkung der Aktion. Anjan Truffer, Bergführer sowie Rettungschef von Air Zermatt, stellte zwar klar, dass Honnold über aussergewöhnliche Fähigkeiten verfüge. Gleichzeitig betonte er aber, dass auch ein Spitzenkletterer nicht gegen die Kräfte der Natur gefeit sei. Gerade bei schlechtem Wetter werde fehlende Ausrüstung schnell zum Risiko.

Truffer sieht deshalb auch die öffentliche Rolle des bekannten Alpinisten kritisch. Wer solche Bilder verbreite, müsse sich bewusst sein, was damit bei anderen ankomme. Seine Sorge: Vor allem junge Menschen könnten den Eindruck bekommen, die Tour sei einfacher, als sie tatsächlich ist.

Selbstkritik vom Kletterstar

Honnold zählt seit Jahren zu den berühmtesten Namen der Kletterszene. Weltweit bekannt wurde der 41-Jährige unter anderem durch seine Free-Solo-Begehung des rund 900 Meter hohen El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Diese Tour wurde im Oscar-prämierten Film „Free Solo“ dokumentiert. Erst im Januar kletterte er zudem den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 in Taiwan hinauf – live übertragen von Netflix.

Immerhin zeigt sich Honnold im Nachhinein selbstkritisch: Er habe das Matterhorn nicht ernst genug genommen. Genau das macht die Aktion nun zum Gesprächsthema – nicht wegen des Gipfels allein, sondern wegen der Frage, wo zwischen sportlicher Ausnahmeleistung und riskanter Inszenierung die Grenze verläuft.

Quelle: SRF

Mehr aus Sport

Hüpfverbot in Bochums Ostkurve vor Bielefeld-Spiel
Sport07. Oktober 2026

Hüpfverbot in Bochums Ostkurve vor Bielefeld-Spiel

Der VfL Bochum untersagt seinen Fans in der Ostkurve des Ruhrstadions das gemeinsame Hüpfen, erstmals gilt das beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Sonntag, 11. Oktober.

UEFA berät in Berlin über Infantino-Sturz
Sport07. Oktober 2026

UEFA berät in Berlin über Infantino-Sturz

Die UEFA trifft sich am Donnerstag in Berlin mit ihren 55 Verbänden, um den Machtkampf gegen FIFA-Chef Gianni Infantino zu planen. Einen Gegenkandidaten gibt es noch nicht.

Ski-WM 2027: OK-Chef Schmidhalter suspendiert
Sport07. Oktober 2026

Ski-WM 2027: OK-Chef Schmidhalter suspendiert

Swiss-Ski und der WM-Vorstand haben Claude-Alain Schmidhalter nach einer Betrugsanklage vorläufig von beiden Ämtern enthoben.

Russell startet in Singapur von ganz hinten
Sport07. Oktober 2026

Russell startet in Singapur von ganz hinten

George Russell muss den Grand Prix von Singapur vom Ende des Feldes angehen, weil Mercedes nach dem Motorschaden in Malaysia eine neue Antriebseinheit einbauen muss.

Messi sagt mit 3:0 gegen Benin Adiós
Sport07. Oktober 2026

Messi sagt mit 3:0 gegen Benin Adiós

Lionel Messi hat sein 208. und letztes Länderspiel für Argentinien bestritten: Im Monumental von Buenos Aires gewann die Albiceleste 3:0 gegen Benin.

Alaba unterschreibt bei Udinese bis 2027
Sport06. Oktober 2026

Alaba unterschreibt bei Udinese bis 2027

David Alaba trägt künftig das Trikot von Udinese Calcio: Der frühere Real-Profi unterschrieb nach fast drei Monaten ohne Club einen Einjahresvertrag.