Musik & Film

Goldener Löwe für „Woman Unknown“

13. September 2026
Goldener Löwe für „Woman Unknown“

Bei den Filmfestspielen in Venedig hat „Woman Unknown“ den Goldenen Löwen gewonnen. Regisseurin May el-Toukhy und Hauptdarstellerin Mathilde Arcel wurden ausgezeichnet, die Gaza-Doku „Naza“ erhielt den Spezialpreis der Jury.

Foto: Wikimedia Commons / Harald Krichel, CC BY-SA 4.0

Großer Abend in Venedig: Bei den 83. Filmfestspielen ist „Woman Unknown“ mit dem Goldenen Löwen als bester Film ausgezeichnet worden. Regisseurin May el-Toukhy erzählt darin von einer jungen Dänin in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Für das Team des Films blieb es nicht bei dieser einen Ehrung.

Auch Hauptdarstellerin Mathilde Arcel wurde gefeiert und in Venedig als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Den Preis als bester Schauspieler erhielt John Malkovich für seine Rolle als CIA-Agent in „Wild Horse Nine“. Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an „Possible Love“ von Lee Chang-dong.

Auch die Gaza-Doku wird geehrt

Besondere Aufmerksamkeit bekam außerdem die Dokumentation „Naza“, die den Spezialpreis der Jury gewann. Regie führten die israelische Journalistin Rachel Szor und ihr Kollege Yuval Abraham. Schon bei der Premiere hatte der Film für außergewöhnlich viel Resonanz gesorgt: Laut Bericht gab es 25 Minuten stehende Ovationen, dazu starkes Kritikerlob. Zwischenzeitlich galt die Doku sogar als Kandidat für den Hauptpreis.

In „Naza“ schildern anonyme israelische Militär- und Geheimdienstvertreter, wie im Gazastreifen palästinensische Zivilisten getötet worden seien. Die israelische Armee weist die Vorwürfe aus dem Film zurück. Ein Sprecher erklärte dem Bericht zufolge, die Terrororganisation Hamas platziere militärische Infrastruktur gezielt in zivilen Gebieten.

Debatte um Frauen im Wettbewerb

Das Festival wurde in diesem Jahr auch von einer Diskussion über den geringen Frauenanteil im Wettbewerb begleitet. „Woman Unknown“ war zunächst der einzige Film einer Regisseurin unter den anfangs 20 Wettbewerbsbeiträgen. Erst die spätere Aufnahme von „Naza“ änderte dieses Verhältnis leicht. Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal hatte den Umstand bereits zu Festivalbeginn kritisiert und auf strukturelle Probleme bei der Finanzierung von Filmen von Frauen hingewiesen.

Quelle: Tagesschau

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